Bush fordert Todesstrafe für Terroristen

14. September 2003, 10:24
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"Der Feind ist verwundet, aber noch gefährlich" - Bush fordert größere rechtliche Kompetenzen im Kampf gegen Terrorismus

Quantico/Washington - Zum zweiten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hat US-Präsident George W. Bush die Gefahr der Terrororganisation El Kaida zu minimieren versucht. In den vergangenen zwei Jahren habe das Netzwerk des Extremistenführers Osama bin Laden deutliche Rückschläge erlitten, sagte Bush am Mittwochabend im Marinestützpunkt Quantico im Bundesstaat Virginia. "Die Terroristen haben ihre Trainingslager in Afghanistan verloren. Sie haben den Schutz der Taliban verloren. El Kaida hat zwei Drittel seiner identifizierten Führer verloren", betonte Bush.

Todesstrafe

Zugleich forderte der US-Präsident mehrere Gesetzesänderungen im Kampf gegen den Terrorismus, die den Ermittlern weiter gehende Befugnisse geben sollten. Bush kritisierte, dass Verbrechen wie sexueller Missbrauch mit der Todesstrafe geahndet würden, manche tödliche Terroranschläge jedoch nicht. So stehe auf "Sabotageakte gegen Verteidigungs- oder Atomanlagen, die unschuldige Menschenleben kosten", nicht die Todesstrafe. "Solche Details" dürften niemals Terroristen vor der Hinrichtung schützen, forderte Bush den US-Kongress zu

Kritik am "USA Patriot Act"

Der so genannte USA Patriot Act war nach den Anschlägen in New York und Washington verabschiedet worden. Kritiker bezeichnen das Gesetz als eine Gefahr für die Bürgerrechte und widersetzen sich einer Ausweitung. Auch einige Parteikollegen Bushs haben sich dafür ausgesprochen, Teile des Gesetzes zurückzunehmen.

"Der Feind ist verwundet, aber noch gefährlich"

Das Weiße Haus gab am Mittwoch einen Bericht zu den Fortschritten im Anti-Terror-Kampf heraus. Darin hieß es, fast zwei Drittel der El-Kaida-Führer seien getötet oder gefangen genommen worden. Die terroristischen Netzwerke hätten den Zugang zu einem Vermögen von 200 Millionen Dollar verloren. Trotz dieser Fortschritte dürfe das Land nicht ruhen, erklärte der Präsident. Die Bedrohungen für das Land seien real. "Der Feind ist verwundet, aber immer noch einfallsreich und gefährlich", sagte Bush.

"Die Erinnerungen an den 11. September werden uns nie in Ruhe lassen", erklärte er weiter. "Wir werden nie die brennenden Türme und die letzten Telefonanrufe und den Rauch vergessen." Am Jahrestag gelten die Gebete den Familien, "die an einen bestimmten Namen denken, einen Menschen, den sie immer noch lieben und sehr vermissen". Bush versprach, er werde den Kampf erfolgreich weiterführen gegen Terroristen, die neue Anschläge planten.

Vierstündige Trauerfeier auf Ground Zero

Zwei Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September gedenken die Vereinigten Staaten am Mittwoch der mehr als dreitausend Opfer. Im Mittelpunkt steht eine vierstündige Trauerfeier in New York, wo auf Ground Zero mit insgesamt vier Schweigeminuten an den Einschlag der entführten Passagiermaschinen und den Einsturz der beiden Türme des World Trade Centers erinnert werden soll.

Bush und Cheney nicht bei Zeremonie

Kinder, die mit den Opfern in Verbindung stehen, sollen alle Namen der Toten verlesen. Scheinwerferkegel sollen im Nachthimmel die zerstörten Zwillingstürme symbolisieren. US-Präsident George W. Bush will in diesem Jahr nicht an der Zeremonie teilnehmen, die deutlich kleiner ausfallen soll als noch im vergangenen Jahr. Auch sein Stellvertreter Dick Cheney will aus Sicherheitsgründen nur an einer späteren Messe teilnehmen.(APA)

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    Terroristen müssen zum Tod verurteilt werden können

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