Fünf Jahre Viagra

15. September 2003, 13:14
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Die EU-Zulassung erfolgte am 15. September 1998 - dann kamen weitere Präparate auf den Markt

Wien - Für europäische Männer mit erektiler Dysfunktion kam am 15. September 1998 eine freudige Nachricht. Nach den USA wurde die Potenzpille "Viagra" des Pharmakonzerns Pfizer auch in der EU zugelassen. Ursprünglich war der Wirkstoff Sildenafil als Herzmittel getestet worden. Weltweit half das Medikament rund 20 Millionen Männern, über eine Milliarde Tabletten gingen über den Verkaufstisch.

In Österreich gibt es rund 600.000 Betroffene. Bisher wurde hier zu Lande "Viagra" 560.000 Mal seit Einführung verschrieben, rund 50.000 Männer wurden damit behandelt. Bei dem Gebrauch des Medikaments kann laut Pfizer ein deutliches Ost-West-Gefälle erkennen. Im Osten lassen sich Männer "Viagra" eher verschreiben als im West. Auch in der Stadt greifen Betroffene eher zur "blauen Pille" als am Land. Weltweit wurde der Wirkstoff in bisher 120 Studien behandelt.

Weitere Präparate folgten

Nach "Viagra" mussten Männer mit Erektionsstörungen nicht lange auf weitere Potenzpillen warten. Bereits drei Jahre später war "Uprima", die zweite "Pille" zur Behandlung der erektilen Dysfunktion, erhältlich. Im vergangenen März wurde der Startschuss für "Cialis" (Wirkstoff Tadalafil, Anm.) gegeben, noch "Ante Portas" steht das Präparat Vardenafil ("Levitra").

Während der "Viagra"-Wirkstoff Sildenafil im Penis das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE5) hemmt und so zu einer Entspannung der Muskulatur und damit zur Erektion führt, wirkt die Apomorphin-Tablette "Uprima" vom Pharmaunternehmen Abbott direkt auf das Gehirn. Die Substanz entfaltet seinen Effekt an den Rezeptoren für den Nerven-Botenstoff Dopamin. Dadurch wird auch jenes Gehirnareal stimuliert, das für die Erektion verantwortlich ist.

Enzym PDE5 wird blockiert

"Cialis" von der Pharmafirma Lilly ICOS wiederum funktioniert auf die gleiche Weise wie "Viagra": Beide blockieren das Enzym PDE5. Der große Unterschied der beiden ist, dass "Viagra" in der Regel erst nach einer Stunde und nicht länger als zwölf Stunden wirke, bei "Cialis" setzt sich der Erfolg schneller und etwa 24 Stunden lang ein.

Deshalb wurde das neue Medikament von manchen Urologen bereits als so genannte Wochenend-Pille bezeichnet. Seit heuer ist auch das Präparat Vardenafil ("Levitra") von Bayer/Glaxo in den Apotheken, das noch gezielter als "Viagra" einsetzbar sein soll. (APA)

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