Die große Völlerei

16. Oktober 2003, 12:25
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Wenn Stefan Raab sich einmal auf einen Schmäh draufgesetzt hat, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, dass er so bald wieder heruntersteigt ...

... Zumindest steigt er so lange nicht davon herunter, bis auch die Langsamsten im Publikum kapiert haben, was Raab an einer Sache so lustig findet. Und derzeit findet er, leider ohne Korrektiv, weil Harald Schmidt Pause macht, Rudi Völler in Rage lustig.

Am Dienstag bedeutete dies in TV total nicht nur, dass Völlers Auslassungen über miesepetrige Journalisten noch einmal wiederholt wurden. Nein, auch Bonustracks wurden präsentiert: Menschen in Rage, die - total lustig - ein Völler-Gesicht aufprojeziert bekamen, also rannte dann (in mehreren Wiederholungen, sonst hat's möglicherweise einer, der kurz Bier holen ging, versäumt) ein solcher "Völler" auf einen Kameramann zu und schlug dem die Gerätschaft aus der Hand.

Da flieht man irgendwann gerne zu Sat1, zu Ulrich Meyer und seiner Akte 03: Meyer mit seiner andauernd höchst besorgten Miene (es läuft so viel schief auf der Welt!) und seinem raunenden "Vorsicht Aufklärung! Sensation!" - er ist einer der großen unfreiwilligen Komödianten des deutschen Fernsehens. Seinen besten Beitrag aller Zeiten - Wie verteidigt man sich gegen Terroristen in Flugzeugen? -, den sollte Raab wiederholen. Andererseits sah man dafür am Dienstag bei Meyer auch einen Journalisten, der eine Faustwatsche kriegte: und zwar von einem Mann, der sich angeblich eine Segelyacht mit Sozialhilfe finanziert hatte. Meyer: "Und. Das. Alles. Für. Unser! Geld!" (cp/DER STANDARD, Printausgabe vom 11.9.2003)

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    Rudi Völler

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