Durchmischtes im Anflug

10. September 2003, 19:03
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Heftig durchmischt und durchwachsen präsentiert sich das Package der Neustarts dieser Woche. Einsamer Höhepunkt (zumindest für das cineastische Publikum): Russian Ark, ein (von Martin Scorsese koproduziertes) Meisterwerk von Aleksandr Sokurov - eine eineinhalbstündige Plansequenz quer durch die Petersburger Eremitage, quasi Nachvollzug fließender Zeitläufte.

Desolate Jugend in Schottland zeigt Ken Loach in seinem jüngsten Sozialdrama Sweet Sixteen; irischer Aufklärungsjournalismus hingegen kommt in Joel Schumachers Veronica Guerin/Die Journalistin (auch wegen der spekulativen Attitüden des US-Regisseurs) eher zu einer Parodie auf einschlägige Medienthriller. Trotz Cate Blanchett in der Titelrolle.

Endlich wieder einen Film gemacht hat der österreichische Regisseur Franz Novotny (Exit), immer noch einer der wenigen, die hierzulande eine weniger betuliche Handschrift pflegen. YU verfolgt ein Herrentrio bei einer zunehmend desaströsen Spritztour durch jugoslawisches Kriegsgebiet. Nachher wünschen nicht wenige Betrachter, Novotny hätte endlich wieder einen guten Film gemacht. Dennoch: zumindest diskutabel.

Hollywood schickt die Komödie Flight Girls - Blondinen im Anzug vorbei. Und: Zwei zumindest in den USA schwer abgestürzte Starvehikel - zum einen Harrison Ford und Josh Hartnett in und als Ron Sheltons Hollywood Cops sowie John Travolta und Samuel Jackson in John McTiernans Militärthriller Basic. Schade, dass dem einstigen Regisseur von Die Hard und Predator kaum noch mehr als Konfektionsware gelingt. (cp)

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