Schwedische Polizei dementiert: Lindh-Mörder noch nicht namentlich identifiziert

16. September 2003, 09:04
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Der auf den veröffentlichten Fotos abgebildete Mann sei noch nicht identifiziert - Neue Blutspuren am Tatort gefunden

Stockholm - Auch fünf Tage nach der Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh hat die Polizei noch keine heiße Spur des Täters. Wie die Fahndungsleitung am Montag in Stockholm mitteilte, wurde, sei der auf veröffentlichten Fotos abgebildete Mann noch nicht identifiziert.

Fahndungschef Leif Jennekvist bestritt damit ausdrücklich Zeitungsangaben, wonach der Mann namentlich bekannt sei und voraussichtlich in den kommenden zwei Tagen gefasst werde. Man sei weiter auf neue Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

Die Stockholmer Zeitung "Aftonbladet" hatte am Montag auf ihrer Internet-Ausgabe unter Berufung auf einen Beamten der Fahndungsgruppe berichtet, der mutmaßliche Attentäter sei der Polizei namentlich bekannt. Es handle sich um einen mehrfach vorbestraften Mann.

Der Mann war von Überwachungskameras in dem Kaufhaus aufgenommen worden, in dem Lindh am Mittwoch niedergestochen und tödlich verletzt wurde. Die Zeitung "Svenska Dagbladet" berichtete am Montag über Zeugenaussagen, wonach der mutmaßlich Täter unmittelbar nach dem Anschlag mehrere Passanten auf Schwedisch angesprochen habe.

Blutspuren

Schwedischen Zeitungsberichten hat sich der mutmaßliche Mörder bei dem tödlichen Messerattentat auf die schwedische Außenministerin möglicherweise selbst verletzt. Am Tatort im Stockholmer Kaufhaus "NK" hätten die Ermittler Blutspuren entdeckt, die nicht von Lindh stammten. Das berichteten die Zeitungen "Dagens Nyheter" und "Expressen" am Montag in ihren Online-Ausgaben, jeweils unter Berufung auf eigene Quellen. Die Ermittler schlössen nicht aus, dass sich der gesuchte Mann eine Schnittwunde an der Hand zugezogen habe. Die Polizei bestätigte die Angaben bisher nicht.

Außerdem wurde bekannt, dass der tödliche Stich gegen Lindh mit großer Wucht ausgeführt wurde. Die Boulevardzeitung "Expressen" vermutet, dass der Mörder auf Grund der Art wie er zustach genau wußte, wie er "maximalen Schaden" anrichten würde. Um mögliche DNA-Spuren des Täters zu identifizieren, sollen unter anderem Spezialisten in Deutschland und Großbritannien die sicher gestellte Tatwaffe - ein in Schweden weit verbreitetes Gebrauchsmesser (so genanntes Mora-Messer, Anm.) - untersuchen.(APA/dpa/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Verdächtige auf dem Kaufhausvideo

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