Iran droht mit Überprüfung von Zusammenarbeit mit IAEO

11. September 2003, 10:37
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Russland fordert konstruktive Verhandlungen

Teheran/Moskau - Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Außenminister Kamal Kharrazi eine mögliche Überprüfung der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) angekündigt. Kharrazi beklagte die "Arroganz" einiger westlicher Länder im Atomstreit, wie die iranische Nachrichtenagentur IRNA am Mittwoch meldete. Diese Länder versuchten mit ihrer "extremistischen Haltung" den Prozess der Zusammenarbeit zwischen dem Iran und der IAEO absichtlich zu zerstören und die Atomenergiebehörde aus diesem Prozess auszuschalten". Falls Irans Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie nicht anerkannt werde, sehe sich Teheran gezwungen, entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

Russland appellierte an den Iran, alle Probleme auf dem Wege "konstruktiver" Verhandlungen mit der IAEO beizulegen. Außenamtssprecher Alexander Jakowenko sagte laut Nachrichtenagentur Interfax, die russische Seite sei überzeugt, das alle das iranische Atomprogramm betreffende Fragen durch die Zusammenarbeit des Iran mit der IAEO geklärt werden könnten.

Am Dienstag hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien dem IAEO-Gouverneursrat in Wien einen gemeinsamen Resolutionsentwurf vorgelegt, in dem Teheran zur Offenlegung seines Atomprogramms bis Ende Oktober aufgefordert wurde. Der Iran macht die Unterzeichnung eines Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag, das unabhängige Kontrollen in Atomanlagen erlaubt, bisher davon abhängig, ob der Westen das Land bei der Entwicklung seines Atomprogramms zu zivilen Zwecken unterstützt. Die USA werfen dem Land vor, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. (APA)

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