Im Kampf gegen Aids

11. September 2003, 15:08
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Westerwelle kritisiert Vatikan-Verhalten erneut als "unverantwortlich"

Berlin - In seinem Engagement zur Bekämpfung der Immunschwäche Aids hat der Vorsitzende der deutschen Oppositionspartei FDP, Guido Westerwelle, Papst Johannes Paul II. und den Vatikan erneut scharf angegriffen. Westerwelle nannte das Verhalten des Vatikans in einem im Voraus veröffentlichten Interview mit der Illustrierten "Bunte" "unverantwortlich". Diese Kritik gelte nicht nur für den Umgang mit dem Thema Aids.

"Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und nichteheliche Beziehungen zur Diskriminierung freizugeben, entspricht nicht meinem christlichen Glauben", sagte der FDP-Politiker. Wer Verantwortung für einen anderen Menschen übernehme, "verdient den Segen und nicht die Diskriminierung der Kirchen". Ausdrücklich warnte Westerwelle davor, die Gefahren zu verharmlosen, die von Aids ausgehen.

"Aids ist eine der größten Geißeln der Menschheit, schlimmer als die Pest", sagte der FDP-Vorsitzende. In Deutschland habe es im vergangenen Jahr 2000 Neuinfektionen gegeben. "Deshalb müssen wir vermehrt junge Menschen rechtzeitig aufklären, dass sie sich beim Sex gut schützen." Persönlich hat Westerwelle nach eigenen Worten mehr Angst davor, an Krebs zu erkranken als an Aids, "weil ich weiß, dass man Aids in der Regel nicht bekommt, sondern sich holt". Er sei nach wie vor Mitglied der evangelischen Kirche Deutschlands. Der Vatikan hatte Ende Juli zum Widerstand gegen die Anerkennung homosexueller Partnerschaften aufgerufen und homosexuelle Beziehungen als Verstoß "gegen das natürliche Sittengesetz" bezeichnet. (APA)

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