"Autokonzerne verkaufen Krankheit und Tod"

18. September 2003, 15:38
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Umweltschützer werfen Herstellern Menschenverachtung vor - Kritik an PS-Protzerei und Blockadehaltung gegen Diesel-Filter

Berlin - Umweltschützer haben den Autokonzernen vor Beginn der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) menschenverachtendes Handeln vorgeworfen. "Die Hersteller beweisen auf der IAA wieder, dass ihnen Gesundheitssschutz unwichtig ist", sagte Günter Hubmann, Autoexperte der Umweltorganisation Greenpeace, der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe). "Im Prinzip verkaufen sie Krankheit und Tod."

Dies gelte zum einen angesichts der lang andauernden Weigerung deutscher Hersteller, ihre Dieselmodelle serienmäßig mit Rußpartikelfiltern auszustatten und so die Gefahr von Krebserkrankungen zu reduzieren. Es gelte aber auch für die Strategie der Hersteller, ohne Rücksicht auf Verbrauch und Umwelt immer größere und schnellere Autos zu bauen, betonte Hubmann.

Auch Gerd Lottsiepen, Verkehrsexperte des Verkehrsclub Deutschland (VCD), warf der Branche vor, die Zeichen der Zeit nicht zu erkennen. "Die Fahrzeuge verbrauchen immer noch viel zu viel", sagte er dem Blatt. Der Durchschnittsverbrauch der Autos liege im Stadtverkehr weiterhin bei über 9,5 Litern. Die Konzerne müssten "mehr Vernunft in die Autos bringen", forderte Lottmann.(APA)

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