UNO-Sanktionen gegen Libyen: Sicherheitsrat verschiebt Abstimmung

10. September 2003, 19:12
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Paris fordert höhere Entschädigung für Opfer von Bombenanschlag

New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat seine Abstimmung über das Ende der Libyen-Sanktionen auf Drängen Frankreichs erneut um drei Tage verschoben. Das gab der amtierende Ratspräsident Sir Emyr Jones Parry (Großbritannien) am Dienstag bekannt. Paris hatte dem Rat gedroht, die Aufhebung der 1992 verhängten UN- Sanktionen zu diesem Zeitpunkt mit seinem Veto zu verhindern.

Das Gremium gab Frankreich ein Ultimatum bis Freitag 1630 MESZ. Frankreich hatte als Grund angegeben, dass eine libysche Delegation auf dem Weg nach Paris sei, um erneut über die Entschädigung für die Familien der Opfer eines Anschlags auf ein französisches Flugzeug im Jahr 1989 zu verhandeln.

Großbritannien will mit Duldung der USA die Sanktionen aufheben, nachdem Libyen im August die Verantwortung für den Anschlag auf eine Pan-Am-Maschine über dem schottischen Lockerbie übernommen hatte. Für die Hinterbliebenen des Lockerbie-Anschlags waren kürzlich Entschädigungen in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar (2,45 Milliarden Euro) vereinbart worden. In einem 1999 geschlossenen Vergleich mit Libyen erhielten die Hinterbliebenen eine Gesamtsumme von 33 Millionen Dollar beziehungsweise 194.000 Dollar pro Opfer. Die Hinterbliebenen des Absturzes der französischen Passagiermaschine von 1989 bemühen sich seither um eine Heraufsetzung von Entschädigungen, die ihnen zugesagt worden waren.

Nachdem sich Tripolis Mitte August jedoch bereit erklärte hatte, wegen des Anschlags auf ein US-Flugzeug über dem schottischen Lockerbie 1988 fünf bis zehn Millionen Dollar pro Opfer zu zahlen, forderte Frankreich nun eine ähnliche Summe. "Das ist eine Sache der Fairness", sagte de Villepin dazu zu Beginn der Woche. Es soll dazu auch schon eine Einigung mit Libyen geben, die aber offenbar noch nicht ausreicht. (APA/AP)

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