EU zeigt sich kompromissbereit

10. September 2003, 19:09
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Lamy zeigt sich zu teilweisem Abbau von Exportsubventionen bereit

London - Die Europäische Union (EU) hat einen Tag vor Beginn der Welthandelsgespräche in Cancun ihre Kompromissbereitschaft unterstrichen.

Handelskommissar Pascal Lamy sagte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der "Financial Times", die EU sei bei bestimmten Produkten zum Abbau von Exportsubventionen bereit. "Wir sind bereit, Exportzuschüsse für Produkte von besonderem Interesse für Entwicklungsländer zu streichen, wenn die USA und andere bereit sind, ihre eigene Exportförderung anzugehen." Lamy nannte keine Details. Bei welchen Produkten die EU auf Exportsubventionen verzichten könnte, müssten die Verhandlungen ergeben, sagte er.

Schlüssel

Eine Einigung auf einen Rahmen für neue WTO-Handelsregeln im für Entwicklungsländer besonders wichtigen Agrarbereich gilt als Schlüssel für ein neues Welthandelsabkommen bis Ende kommenden Jahres. Die Welthandelsrunde beginnt am Mittwoch im mexikanischen Cancun. Neben Agrarreformen und internationalen Handelsregeln geht es auch um den Abbau von Einfuhrzöllen auf Industrieprodukte und die Liberalisierung des Dienstleistungsmarktes.

Zwar machen Agrarprodukte nur weniger als zehn Prozent des Welthandels aus, aber das Subventionsthema ist politisch so sensibel wie kaum ein anderes. Die USA und die EU stützen ihre Landwirtschaft mit Milliarden. Entwicklungsländer und große Agrarexport-Staaten wie Australien sehen sich durch diese Zuschüsse im Welthandel stark benachteiligt, da die subventionierten Bauern ihre Agrar-Exporte deutlich unter den Weltmarktpreisen anbieten könnten. Die EU will ihre Agrarsubventionen zunehmend von der Produktion abkoppeln, um den WTO-Anforderungen zu genügen. (APA/Reuters)

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