Umstrittene Ecstasy-Studie zurückgezogen

15. September 2003, 13:14
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Ursache ist eine falsche Beschriftung der Tablettenbehälter - Statt Metamphetaminen wurden Ampethamine verabreicht

Baltimore - Eine umstrittene Ecstasy-Studie von Wissenschaftlern der Johns Hopkins Unversity School of Medicine hat jetzt aufgrund eines Fehlers bei der Beschriftung der Tablettenbehälter zurückgezogen werden müssen. Der im September 2002 in Science publizierte Artikel führte nicht nur in den Medien zu großer Verunsicherung. Das Team um George Ricautre hatte nachgewiesen, dass drei aufeinander folgende Einnahmen von Ecstasy bei Totenkopfäffchen und Baboons zu schweren Schädigungen der dopaminproduzierenden Neuronen führte. Daraus wurde gefolgt, dass bereits die Einnahme einer derartigen Dosierung für das spätere Entstehen einer Parkinson-Erkrankung verantwortlich sein könnte.

Ecstasy-Injektionen

Für die Studie erhielten die Versuchstiere im Abstand von drei Stunden Injektionen mit Ecstasy - eine Dosierung, die jener eines einmaligen Rave-Besuches entspricht. Zwei der zehn Affen starben innerhalb von wenigen Stunden an Hyperthermie. Jetzt veröffentlichte das Team in Science eine Erklärung, wonach mit Ausnahme eines Tieres alle Affen versehentlich Amphetamine erhielten. Bei Methamphetaminen wie Speed seien derartige Ergebnisse zu erwarten gewesen.

Das Team begann die Studienergebnisse laut New Scientist in Zweifel zu ziehen, als zahlreiche Versuche, das Ergebnis zu wiederholen, fehlschlugen. Bei der Untersuchung der Laborunterlagen zeigte sich, dass am gleichen Tag Lieferungen beider Substanzen eingetroffen waren. Bei Analysen der gefrorenen Gehirne der zwei verstorbenen Tiere konnten Spuren von Amphetaminen nachgewiesen werden. (pte)

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