ÖAAB und Christgewerkschafter fordern mehr Personal

9. September 2003, 19:26
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Konfliktmanagement und umfassende und schonungslose Überprüfung

Wien - Die Beseitigung des Personalnotstands im Wiener Pflegebereich haben am Dienstag der Wiener ÖVP-Klubchef und ÖAAB-Landesobmann Matthias Tschirf und der Vorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) der Gemeindebediensteten, Kurt Obermülner, in einer Aussendung gefordert. Von einem "Megaskandal" sprach FP-Gemeinderat und Kontrollaussschuss-Vorsitzender Wilfried Serles. Kommenden Freitag will er eine Prüfung durch das Kontrollamt veranlassen.

"Die von der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten bereits im März bei Stadträtin (Elisabeth, Anm.) Pittermann (S) reklamierten 70 Planstellen im Geriatriezentrum 'Am Wienerwald' müssen umgehend besetzt werden, da gerade in einem derart sensiblen Bereich wie der geriatrischen Pflege nicht gespart werden darf", so die Forderung Tschirfs und Obermülners an den Wiener Bürgermeister Michael Häupl (S).

Notwendig sei außerdem eine Zulage für Bedienstete in der geriatrischen Pflege. Zusätzlich müsse über Supervision und Rotationsmöglichkeiten für die Mitarbeiter diskutiert werden. Häupl sei außerdem dringend aufgefordert, das Konfliktmanagement zu verbessern, so Obermülner.

Eine "rasche, umfassende und schonungslose Überprüfung der evidenten Missstände im Geriatriezentrum Lainz" erhofft sich FP-Gemeinderat Serles. "Der Umstand, dass fast täglich neue Missstände in diesem Zusammenhang aufgedeckt werden, lässt nur ansatzweise die Tragweite dieses Mega-Skandals erahnen", meinte er in einer Aussendung. Er hoffe, dass der Prüfung durch das Kontrollamt höchste Priorität eingeräumt werde.

"Wie war es möglich, dass die Kontrolle hinsichtlich der Qualität der Unterbringung der Bewohner in diesen Pflegeheimen völlig versagt hat?", so eine der FP-Fragen in dem Prüfantrag. Auskunft verlangt Serles auch darüber, warum die Unterbringungsqualität nicht laufend kontrolliert wurde und Missstände den Verantwortlichen nicht aufgefallen seien. Zusätzlich will die FPÖ wissen, wieso ein offener Brief der Personalvertretung an den Pflegedirektor des Geriatriezentrums "Am Wienerwald", in dem bereits am 5. März 2003 vor einem Pflegenotstand gewarnt wurde, zu keinen Konsequenzen geführt habe. (APA)

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