Voest-Wandelanleihe nur auf fünf Prozent?

9. September 2003, 13:15
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Aktienvolumen könnte laut J.P. Morgan deutlich geringer ausfallen, als erwartet - Regierung rechnet mit 485 Millionen Euro Verkaufserlös

Wien - Das Aktienvolumen, auf das die ÖIAG bei der Vollprivatisierung des Linzer Stahlkonzerns Voestalpine eine Wandelanleihe begeben wird, dürfte doch wesentlich geringer ausfallen als bisher angenommen. Nach Angaben der mit der Bond-Emission beauftragten US-Investmentbank J.P. Morgan werde die Anleihe mit rund 2,06 Millionen Aktien unterlegt sein, wie die britische Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag berichtete. Rein rechnerisch entspricht diese Stückzahl knapp mehr als 5 Prozent der voestalpine.

In Medienberichten war zuletzt wiederholt die Rede davon gewesen, die angekündigte Wandelanleihe würde sich auf 10 bis 15 Prozent beziehen und der Großteil des 34,7-prozentigen Staatsanteils, 20 bis 25 Prozent, werde über die Börse platziert. Sollte die ÖIAG-Anleihe nun tatsächlich nur auf etwas mehr als 5 Prozent begeben werden, kämen damit im geplanten ersten Privatisierungsschritt bereits fast 30 Prozent in den "Markt".

ÖIAG: Kein Kommentar

ÖIAG-Pressesprecherin Viktoria Kickinger lehnte eine Stellungnahme zu dem Agenturbericht ab. Sie verwies auf die Donnerstag in Wien angesetzte Pressekonferenz, bei der die Details zum Verkauf über die Börse und die Umtauschanleihe bekannt gegeben werden sollen. "Wir befinden uns in der Nähe des Börsengangs, wir sagen dazu jetzt nichts", betonte Kickinger heute gegenüber der APA.

Über die vollständige Privatisierung der voestalpine wolle der Staat rund 485 Mio. Euro lukrieren, zitiert Bloomberg J.P. Morgan. Zum Verkauf gestellt werden alle knapp 13,7 Millionen Aktien aus ÖIAG-Besitz.

Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl hatte den Beschluss des Aufsichtsrats der Staatsholding, bei der voestalpine-Totalprivatisierung auch auf eine Wandelanleihe zurück zu greifen, als nicht zielführend bezeichnet. "Also die Umtauschanleihe, die da beschlossen wurde, ist meiner Ansicht nach jedenfalls keine Privatisierung", so Raidl im "profil". Denn die ÖIAG bleibe auf alle Fälle für ein paar weitere Jahre als Aktionär erhalten. Und möglicherweise würden sich die Anleger zudem gegen einen Umtausch der Anleihe in Aktien entscheiden. Dieses Restrisiko, dass die ÖIAG Anteile behält, sollte nach Ansicht Raidls nicht eingegangen werden. Dies hieße nur, den Streit um die Privatisierung zu prolongieren. (APA)

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