Streicher sieht keinen Sinn in Landes-Lösung

10. September 2003, 15:50
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Der Voestalpine-Präsident kann dem Pühringer-Vorstoß nichts abgewinnen: "Bund ist Land", die Skepsis des Kapitalmarktes bliebe gleich

Wien - Der Aufsichtsratspräsident der Voestalpine, Rudolf Streicher, sieht keinen Sinn in der geplanten Aktion des Landes Oberösterreich, Staatsanteile der voestalpine zu übernehmen. "Bund ist Land", der Kapitalmarkt würde die Beteiligung vom Land genauso skeptisch sehen wie jene vom Bund, gab er in der "Zeit im Bild 2" am Montag zu bedenken.

Sollte es stimmen, dass die Beteiligung des Staates an Unternehmen für den Kapitalmarkt schlecht sei - was er, Streicher, nicht glaube - dann sei es unverständlich, dass sich jetzt das Land Oberösterreich engagieren müsse. Der österreichische Kernaktionär "wandere nur vom Bund zum Land", da hätte es auch andere Modelle gegeben, glaubt Streicher, etwa einen Fonds, der sicherstellt, dass kein Politiker Einfluss bekommt.

Im übrigen würde er das Unternehmen nicht verkaufen, die betriebswirtschaftlichen Aussichten seien exzellent - aber "es gibt einen Regierungsauftrag und der Eigentümer kann machen, was er will". Allerdings habe die Regierung bisher in dieser Causa "keine sehr glückliche Hand gehabt" und sei einen "zick-zack-Kurs" gefahren. "Die Unternehmungen tun sich sehr schwer, den Eigentümerwillen zu erkennen", betonte der Ex-Verstaatlichtenminister.

Das Argument einer politischen Umfärbeaktion lässt Streicher nicht gelten: Der Parteienproporz sei 1986 abgeschafft, eine politische Partei habe in den letzten Jahren "so gut wie keine Rolle gespielt".

Die ganzseitigen Inserate, die in morgigen Tageszeitungen geschaltet werden ("Was mit der Voest geschieht, ist unsere Privatsache. Wir sind Voesterreicher") versteht Streicher nicht, er wisse auch nicht, wer der Auftraggeber sei, betonte er. (APA)

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    Voest-Präsident Streicher kennt die Sorgen der Voestler. Dennoch kann er der geplanten Verländerung nichts abgewinnen.

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