Nach 20 Jahren hängt Veit-Stoß-Kruzifix wieder auf Nürnberger Burg

12. September 2003, 22:56
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Aufwendige Restaurierung: "Millimeter für Millimeter ging die Restauration voran"

Nürnberg - Das berühmte Veit-Stoß-Kruzifix steht nach über 20 Jahren wieder an seinem angestammten Platz in der Nürnberger Kaiserburg. Die Bayerische Schlösserverwaltung hat das Kunstwerk in dieser Zeit aufwändig restauriert. Das um 1500 entstandene Kruzifix wurde am Montag offiziell zurückgegeben und thront nun wieder auf dem Altar in der Kapelle der Kaiserburg.

"Millimeter für Millimeter"

Bis dorthin war es ein weiter Weg: "Millimeter für Millimeter ging die Restaurierung voran", erklärte die Leiterin des Restaurierungszentrums Katrin Janis. Drei Farbschichten befanden sich auf der Jesus-Figur. Die erste Schicht, eine braune Lasur, konnte mit Lösungsmitteln entfernt werden. Die zweite Schicht musste mit einem Skalpell unter dem Mikroskop abgetragen werden, damit die älteste Fassung aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unbeschädigt freigelegt werden konnte.

Computertomographie brachte Erleuchtung

Ein weiterer Restaurierungsschwerpunkt sei ein Riss durch Brustkorb und Lendentuch gewesen, erläuterte die Restauratorin Marion Biesalski. Eine Computertomographie habe die Ursache des Risses in dem aus Lindenholz geschnitzten Kunstwerk ans Licht gebracht: Veit Stoß hatte den Kern des Holzstammes nicht entfernt. Das hatte zu großen Spannungen geführt. Die Restauratoren haben den Spalt mit exakt passenden Holzstücken ausgefüllt. Insgesamt belaufen sich die Kosten der Restaurierung auf rund 250.000 Euro, teilte das bayerische Finanzministerium mit. (APA/dpa)

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