50 Millionen Euro für eine Exportoffensive

11. September 2003, 15:16
posten

Regierung will die Ausfuhrquote erhöhen - Das Doppel-Budget 2003/2004 ist bereits dementsprechend adaptiert

Wien - 50 Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren zur Ankurbelung der Exportwirtschaft aufgewendet werden. Das ist der Kernpunkt der am Montag präsentierten "Exportoffensive" von Bundesregierung und Wirtschaftskammer. Jeweils 25 Millionen Euro sind im Doppelbudget 2003/2004 für exportfördernde Maßnahmen veranschlagt, aufgrund des fortgeschrittenen Kalenderjahres können 2003 allerdings nur mehr 17,3 Millionen Euro auch tatsächlich eingesetzt werden. Die verbleibenden Mittel werden für das Jahr 2005 "aufgehoben".

Exporte seien eine gute Möglichkeit, in einer konjunkturell schwierigen Situation der drohenden Stagnation "davonzuwachsen" erklärte Bundeskanzler Schüssel. Österreich sei 2002 bei den Export-Zuwächsen EU-Spitzenreiter gewesen, auch in diesem Jahr erwarte man ein ähnlich positives Ergebnis. Die österreichische Wirtschaft sei in großem Maß von Exporten abhängig, weswegen über den Sommer ein Maßnahmen-Paket zu deren zusätzlicher Förderung erarbeitet worden sei, so Schüssel.

"Quick-Start-Package 2003"

Das "Quick-Start-Package 2003" umfasst 25 Punkte wie Subvention der innerbetrieblichen Weiterbildung oder Beratung von exportorientierten Firmen. Ziel sei es, die Exportquote bis 2007 von derzeit 36 Prozent auf 40 Prozent des Bruttoinlands-Produkts zu steigern. Die Zahl der im Export tätigen Unternehmen soll im gleichen Zeitraum von 15.000 auf 30.000 verdoppelt werden. Der Großteil der österreichischen Exporte geht derzeit nach Ost- und Mitteleuropa. Auf den Überseemärkten stärker vertreten zu sein ist ebenfalls Ziel des Exportprogramms der Regierung.

Kritik kommt von der Opposition: SP-Wirtschaftssprecher Hans Moser erklärte im Gespräch mit dem STANDARD die Maßnahmen für verspätet. "Seit März ist bekannt, dass die Konjunktur lahmt, aber der instabile Zustand der Koalition ermöglicht es ihr längst nicht mehr, rechtzeitig zu reagieren", so Moser. (ansl/DER STANDARD Print-Ausgbe, 9.9.2003)

Share if you care.