Kleinkind konsumierte Speed

9. September 2003, 20:01
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Hielt Drogen für Bonbons - Grazerin gab Polizei entscheidenden Tipp über Rezeptur

Graz - Einen Schutzengel hatte ein eineinhalbjähriges Mädchen in Graz, das in der Handtasche seiner Mutter Speed-Tabletten gefunden, für Zuckerln gehalten und gegessen hatte: Die Kleine konnte trotz vierfach tödlicher Dosis gerettet werden, weil die Mutter rasch reagierte und den entscheidenden Tipp über die Rezeptur des Suchtmittels geben konnte.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, ereignete sich der Zwischenfall bereits Ende August. Während die 25-jährige Pflegehelferin Susanne B. duschte, hatte die kleine Lea in der Handtasche der Mutter gekramt und zwei bunte "Bonbons" gefunden, die es sich in den Mund steckte. "Für das Kind war es eine vierfach tödliche Dosis", berichtete ein Polizeisprecher. Zunächst merkte die Frau noch nichts. Erst als sich die 25-Jährige mit ihrem Kind auf den Weg zu ihrer Mutter machte, fiel ihr auf, dass die Kleine Schweißausbrüche hatte und die typischen Symptome eines Drogensüchtigen zeigte.

Geistesgegenwärtig

Susanne B. handelte geistesgegenwärtig: Sie verständigte einen Notarzt und teilte ihm auch gleich den dringenden Verdacht mit, dass ihre Tochter an Drogen gekommen sein dürfte. Auch gab sie an, dass sie das Suchtgift von einem Bekannten bezogen hatte. Blitzschnell wurde eine Funkstreife zur Wohnung des mutmaßlichen Produzenten und Dealers geschickt: Dieser zeigte sich sofort geständig und gab die Rezeptur bekannt. So wurde wertvolle Zeit gewonnen und die Ärzte auf der Kinderklinik des Grazer LKH konnten die entsprechenden lebensrettenden Maßnahmen einleiten.

Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des 49-jährigen Arbeitslosen konnte die Polizei 2,1 Liter Methamphetamin, Herstellungsgeräte und eine Kundenkartei sicherstellen. Der Mann gab an, die Rezeptur für 50 Euro von einem Unbekannten bekommen und seit mindestens einem Jahr Suchtmittel selbst hergestellt zu haben. Er wurde verhaftet und in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Das Kind hielt die Drogen für Zuckerl

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