In Montreal siegte Markovic mit "Kordon"

15. September 2003, 21:29
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Serbischer Regisseur war bei Filmfestival mit Arbeit über die Anti-Milosevic-Demos vertreten

Montreal - Der serbische Regisseur Goran Markovic ist bei den Filmfestspielen von Montreal am Sonntagabend für sein Werk "Kordon" mit dem Hauptpreis für den besten Film ausgezeichnet worden. Der Film beschreibt das Verhalten von Polizisten während der Demonstrationen gegen den damaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic im Jahr 1997. Der Preis der Jury ging an den französisch-kanadischen Film "Gas Bar Blues" von Louis Belanger über eine Tankstelle in Quebec, die zugleich als Nachbarschaftszentrum dient.

Bester Regisseur: Spanier Antonio Mercero

Als bester Regisseur wurde der Spanier Antonio Mercero für seinen Film "Planta 4a" (Vierter Stock) geehrt. Er spielt in der orthopädischen Abteilung eines Kinderkrankenhauses. Der Preis für die beste Schauspielerin ging an die Argentinierin für ihre Rolle als Prostituierte in "El Polaquito" (Der kleine Pfahl). Im Mittelpunkt des Films steht ein kleiner Junge, der seinen Lebensunterhalt durch Gesangseinlagen in den Zügen von Buenos Aires verdient. Zum besten Schauspieler kürte die Jury den Italiener Silvio Orlando für seine Rolle in "Il Posto dell' Anima" (Der Himmel der Seele) über eine Fabrikschließung in Italien.

Ehrungen für Martin Scorsese und die verstorbene Marie Trintignant

Das zu den größten Filmveranstaltungen Nordamerikas zählende Festival ehrte zudem den US-Regisseur Martin Scorsese und die Anfang August verstorbene französische Schauspielerin Marie Trintignant. Die beiden letzten Filme Trintignants "Les marins perdus" und "Janis et John" wurden gezeigt, um der Schauspielerin zu gedenken, deren gewaltsamer Tod ganz Frankreich geschockt hat. Scorsese, der seinen neuen Film "The aviator" (Der Pilot) in Montreal dreht, zählt mit Filmen wie "Taxi Driver", "GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" oder auch "Gangs of New York" zu den einflussreichsten Filmemachern seiner Zeit.

Festival ohne große Namen

Nach Angaben der Veranstalter setzt das Festival jedoch weniger auf große Namen. Montreal konnte schon deshalb kaum mit großen Stars der Filmbranche rechnen, da diese sich vornehmlich beim fast zeitgleich stattfindenden Filmfest in Venedig zeigten. Insgesamt liefen beim 27. Festival von Montreal 439 Filme aus 68 Ländern. 115 Beiträge feierten ihre Weltpremiere. Aus Österreich war der "Gläserne Blick" von Markus Heltschl mit dabei. (APA/Reuters)

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