Nordkorea: USA denken über Sicherheitsgarantien nach

11. September 2003, 10:37
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Beratung über Sicherheitsgarantien mit Verbündeten - Südkorea warnt vor Rückschlag für Verhandlungen - Atomwaffentest im Rahmen des Nationalfeiertages am Dienstag befürchtet

Washington/Seoul - Die Vereinigten Staaten wollen mit ihren Verbündeten über mögliche Sicherheitsgarantien für Nordkorea beraten. US-Außenminister Colin Powell erklärte am Sonntag im amerikanischen Fernsehen, die erste Herausforderung sei jedoch, Pjöngjang zu bewegen, sein Atomwaffenprogramm einzustellen. Themen wie die geforderte Wirtschaftshilfe könnten später verhandelt werden. Unterdessen warnte Südkorea vor einem Rückschlag für die Nordkorea-Gespräche, falls das Land an seinem bevorstehenden Jahrestag Atomwaffen teste.

Südkoreas Außenminister nach Treffen mit Powell

Die USA würden "sehr genau beobachten, zu welchen Maßnahmen Nordkorea am 9. September greifen wird", sagte der südkoreanische Außenminister Yoon Young Kwan am Sonntag in Seoul. Nordkorea feiert am Dienstag den 55. Jahrestag seiner Staatsgründung. "Wenn Nordkorea am 9. September zu Maßnahmen greift, die die internationale Gemeinschaft bedrohen, wird das den Beginn der zweiten Runde der Sechs-Staaten-Gespräche beeinflussen", sagte Yoon laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Yonhap bei seiner Rückkehr aus Washington. Er war dort mit Powell zu Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm zusammengetroffen.

In Washington waren in der vergangenen Woche Spekulationen laut geworden, dass die nordkoreanische Regierung für Dienstag einen Atomwaffentest planen könnte, um ihre nuklearen Fähigkeiten zu beweisen. Nordkorea rief die USA am Sonntag erneut auf, ihre "feindliche Politik" gegenüber Pjöngjang aufzugeben. Andernfalls könne der Atomstreit niemals beigelegt werden, sondern werde zu unwiderruflichen Konsequenzen führen, hieß es laut Yonhap im staatlichen nordkoreanischen Fernsehen.

Lösung brauche Zeit

Powell erklärte, die Lösung des Konflikts sei nicht mit ein oder zwei Gesprächsrunden zu erreichen, sondern brauche Zeit. Den Vereinigten Staaten sei das nordkoreanische Regime bekannt, es sei jedoch nicht Ziel Washingtons, die Regierung in Pjöngjang zu stürzen.

An den multilateralen Verhandlungen Ende August in Peking hatten neben Nordkorea und den USA auch China, Japan, Russland und Südkorea teilgenommen. Pjöngjang stellte dabei eine atomare Abrüstung in Aussicht, machte dies jedoch von Öllieferungen, Wirtschaftshilfen, der Aufnahme diplomatischer Beziehungen sowie einem Nichtangriffspakt Washingtons abhängig. (APA/AP)

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