Exportgeschäfte mit dem Iran blühen

11. September 2003, 15:16
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Ausfuhren in den ersten fünf Monaten um 40,2 Prozent gestiegen

Wien - Im Nahen und Mittleren Osten blüht Österreichs Exportgeschäft mit dem Iran. In den ersten fünf Monaten 2003 stiegen die Österreich-Exporte in den Iran im Vergleich zum Vorjahr um 40,2 Prozent. Laut Wirtschaftskammer Österreich wurden damit Güter im Volumen von 104,8 Mio. Euro in den Iran exportiert. Da die Regierung in Teheran Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur investiert, ergeben sich Chancen auch für österreichische Unternehmen.

Die iranische Regierung wird heuer 1,5 Mrd. Dollar (1,37 Mrd. Euro) in den Ausbau und die Renovierung der veralteten Flugzeugflotte investieren. Sieben neue internationale Flughäfen befinden sich in Planung. 300 Mio. Dollar werden in das Straßen- und Schienennetz gesteckt. Im kommenden Jahr sollen 15.000 Lkw und 5.000 Bahnwaggons angeschafft werden. Bis Mitte 2004 ist auch die Privatisierung einiger Unternehmen aus dem Energiesektor geplant. Beim Bau neuer Kraftwerke sollen künftig ausländische Investoren mitmischen dürfen. In Teheran selbst wird in den Aus- und Neubau von Parkhäusern, die Modernisierung der öffentlichen Transportmittel, Aufrüstung der Feuerwehr, die Müllentsorgung und Recyclinganlagen sowie den Neubau von Wohnungen investiert. "Alles Bereiche, wo es ausländischen Unternehmen, also auch österreichischen, möglich sein sollte zu partizipieren", sagte Österreichs Handelsdelegierter in Teheran, Karl Hartleb.

200 Unternehmen präsent

Derzeit sind 200 österreichische Unternehmen durch iranische Vertreter im Land präsent. 20 Firmen haben eigene Niederlassungen im Iran. Zu den österreichischen Big-Playern im Iran zählen unter anderem die OMV, Jenbacher, Voest Alpine Industrieanlagenbau sowie Siemens Transportation Systems. Seit März dieses Jahres müssen alle ausländischen Unternehmen, die in den Iran exportieren, einen lokalen Vertreter im Teheraner Handelsministerium registrieren lassen. Die Regierung will damit den massiven Warenschmuggel ins Land unterbinden.

Insgesamt waren Österreichs Ausfuhren in den Nahen und Mittleren Osten auf Grund der Irak-Krise in den ersten fünf Monaten 2003 rückläufig. In den Irak wurde im Vergleich zum Vorjahr um 83,2 Prozent weniger exportiert, so die Wirtschaftskammer. Starke Rückgänge verzeichneten die österreichischen Exportfirmen auch in Israel, Syrien, Jordanien und im Libanon. Zuwächse gab es hingegen bei Saudi-Arabien, Kuwait, Oman, Bahrein und Katar. (APA)

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