Der Kranich setzt bei Swiss zum Endanflug an

15. September 2003, 00:45
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Lufthansa will Übernahmeoffert legen

Zürich - Die Deutsche Lufthansa will der angeschlagenen Schweizer Fluglinie Swiss in Kürze ein konkretes Übernahmeangebot unterbreiten. Dabei fordert Lufthansa eine Kapitalspritze von den Swiss-Aktionären und bietet im Gegenzug eine Beteiligung an ihrer Gesellschaft an, so die Neue Zürcher Zeitung.

Das entsprechende Angebot solle dem Swiss-Verwaltungsrat in den nächsten Tagen vorgelegt werden. Die Lufthansa setze bei dem Angebot aber voraus, dass die Schweizer Fluggesellschaft von ihren Aktionären eine Kapitalspritze von 500 Mio. Franken (umgerechnet rund 325 Mio. Euro) erhalte. Als Gegenleistung sollten dann 300 Mio. Franken als Gewinnbeteiligung und Dividenden an die Investoren zurückfließen.

Aktienoptionen

Zudem offeriere die Lufthansa für die restlichen 200 Mio. Franken Optionen auf eigene Aktien, und zwar auf Grundlage des aktuellen Kurses. Die Umwandlung würde im Jahr 2010 erfolgen, wobei die Lufthansa-Aktien bereits jetzt hinterlegt würden. Danach seien die Swiss-Aktionäre im Besitz von sieben Prozent an der Lufthansa und wären damit größter Minderheitsaktionär. Größte Swiss-Aktionäre sind laut dem Bericht der Bund mit 20,4 Prozent, die UBS mit 10,4 Prozent, der Kanton Zürich mit 10,2 Prozent und die Credit Suisse mit zehn Prozent des Aktienkapitals.

Deutsche Garantien

Laut der NZZ wolle und werde Lufthansa mit dem vorgelegten Modell unternehmerische Verantwortung für die Swiss übernehmen. Daher werde auch die Marke unter dem Dach des Kranichs erhalten bleiben, an der Drehscheibe (Hub) Zürich soll nicht gerüttelt werden.

Die Lufthansa lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. "Wir äußern uns nicht zu solchen Spekulationen", sagte eine Firmensprecherin. Bei der Swiss heißt es lapidar: "Wir kommentieren laufende Beratungen nicht", sagte ein Unternehmenssprecher. Die Spekulationen über einen Einstieg der Lufthansa halten sich seit Wochen ebenso hartnäckig, wie sie von deutscher Seite dementiert werden. (Reuters, Der Standard, Printausgabe, 08.09.2003)

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