Weltraumforschung für die Zukunft der Erde

12. September 2003, 19:46
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ESA-Symposium in Graz - Space-Technologien sollen für Entwicklungsländer nutzbar machen

Graz - Wie kann man die Errungenschaften der Weltraumforschung für das Leben auf der Erde besser nutzbar machen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ab kommenden Montag, 8. September, eine Konferenz in Graz, die das UN-Büro für Weltraumangelegenheiten (OOSA) gemeinsam mit der European Space Agency (ESA) ausrichtet. Im Hintergrund steht die Durchsetzung der Ziele der Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg aus dem Vorjahr.

Erwartet werden rund 70 Experten - überwiegend Weltraumwissenschafter, aber auch politische Entscheidungsträger und Vertreter der Industrie - aus allen Teilen der Welt, hieß es dazu aus dem Grazer Organisationsbüro der Joanneum Research GmbH. Ein besonderer Schwerpunkt ist der Sicherung der Wasserreserven in den Entwicklungsländern gewidmet - rund die Hälfte der Teilnehmer stammt aus den Entwicklungsländern selbst, so Gerlinde Tuscher im Gespräch mit der APA.

In der Weltraumforschung entwickelte Kommunikationssatelliten können für die medizinische Versorgung in unzugänglichen Gebieten eingesetzt werden, Erdbeobachtungssatelliten werden bereits herangezogen, um beispielsweise Überschwemmungskatastrophen vorherzusagen oder um Aussagen über den Ernteertrag im Katastrophen-Gebiet zu machen. "Es gibt zahlreiche Beispiele für den Gebrauch von Weltraumtechnologie, um die Umwelt durch ein besseres satellitengestütztes Informationssystem zu schützen, von der Überwachung der Erdoberfläche bis zum Wassermanagement", so die Organisatoren.

Was jetzt gebraucht werde, sei eine Verbindung der demonstrierten Fähigkeiten mit den zentralen globalen und regionalen Problemen, wie sie am Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung von Johannesburg im Jahr 2002 angesprochen wurden. Dazu gehören u.a. die Verbesserung der Trinkwasserversorgung für 1,2. Mrd. Menschen im Zeitraum bis 2015, die Verbesserung der Abwasserentsorgung von 2,4 Mrd. Menschen im gleichen Zeitraum oder den Schutz von Ökosystemen entlang der Küsten. Neben dem Herausforderungen an das Wassermanagement bieten Anforderungen der medizinischen Versorgung, Fragen des Unwetter-Managements und die technologische Unterstützung nachhaltiger Landwirtschaft weiter Schwerpunkte des Expertentreffens.

Das Grazer UN/ESA-Expertentreffen ist das erste in einer Reihe von insgesamt drei Konferenzen zu dieser Thematik, hieß es im Vorfeld von Seiten des United Nations Informations Service. Eine Sammlung der konkreten Anforderungen, aber auch die Bildung von gezielten Partnerschaften sei Ziel der ersten Konferenz. (APA)

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