Rumsfeld gibt Irakern Schuld an mangelnder Sicherheit in ihrem Land

9. September 2003, 09:17
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US-Verteidigungsminister: Saddam entließ vergangenes Jahr über 100.000 Verbrecher

Bagdad - Bei einer Pressekonferenz in Bagdad hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Samstag den Irakern die Schuld an der schlechten Sicherheitslage in ihrem Land gegeben. "Anstatt mit dem Finger auf die Koalitionstruppen zu zeigen, sollten die Iraker den Soldaten mehr Informationen" über kriminelle Gruppen geben, erklärte Rumsfeld. Sie seien selbst für ihre Sicherheit verantwortlich.

Die relativ hohe Zahl von Anschlägen und Verbrechen sei einerseits mit der Generalamnestie Saddam Husseins vom vergangenen Jahr zu erklären, bei der mehr als 100.000 Verbrecher freigelassen worden seien. Andererseits habe es in Bagdad und den umliegenden Provinzen, anders als im Südirak, kaum Gefechte gegeben, dadurch seien viele "kriminelle Elemente" und Anhänger des alten Regimes verschont geblieben.

Rumsfeld betonte erneut, Washington werde keine zusätzlichen US-Truppen in den Irak entsenden. "Dies würde der Hand voll von Kriminellen, Terroristen und Baathisten (Mitglieder der Staatspartei unter Saddam Hussein) nur mehr Angriffsziele liefern", sagte er. Außerdem wollten die USA eine "zu starke, unnatürliche ausländische Präsenz" im Irak vermeiden.

Der für die US-Bodentruppen im Irak verantwortliche General Ricardo Sanchez erklärte: "Ich brauche nicht mehr Truppen, (um den irakischen Widerstand zu bekämpfen)." In den vergangenen fünf Tagen habe es durchschnittlich 15 Angriffe auf US-Soldaten pro Tag gegeben. (APA/dpa)

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    Donald Rumsfeld zu Besuch bei den polnischen Truppen im Irak

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