Immendorfs erste Ausstellung seit Kokain-Skandal

15. September 2003, 18:00
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Die Galeristin wundert Andrang und großes Medieninteresse nicht: "Wir sind ja nicht naiv"

Berlin - Drei Wochen nach seiner "Kokain-Party" hat der Maler Jörg Immendorff am Freitagabend in Berlin wieder eine Ausstellung seiner Werke eröffnet. Unter großem Andrang des Publikums präsentierte der Maler in einer Galerie in Berlin-Mitte rund 50 Werke aus den Jahren 1965 bis 1984. Die Bilder der Ausstellung mit dem Titel "Aualand" (bis 11. Oktober) werden für Preise zwischen 30.000 und 230.000 Euro angeboten.

Ausstellung nicht von "Drogen-Party" beeinflusst

Auf die Frage, ob ihm der Verkauf der Bilder leicht falle, sagte der 58-Jährige: "Ich trenne mich ja nicht von meinen Arbeiten, es geht ja um Energiefelder, von denen man mich nicht trennen kann". Die Galeristin Nicole Hackert sagte, das große Medieninteresse überrasche sie nicht: "Wir sind ja nicht naiv". Sie bedaure aber, dass nach der Affäre die Bilder nicht im Vordergrund stünden. Die Schau sei bereits vor einem halben Jahr konzipiert worden und von der Berichterstattung über die "Drogen-Party" unbeeinflusst geblieben.

Immendorff war am 16. August mit neun Prostituierten in einem Düsseldorfer Hotel von der Polizei überrascht worden. Bei dem Künstler wurden 21 Gramm Kokain gefunden. Immendorff gestand anschließend, seit Anfang der 90er Jahre mit Unterbrechungen Kokain zu sich zu nehmen. (APA/dpa)

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    foto: galerie
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