Klone für österreichische Genomforscher

8. September 2003, 18:37
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Vertrag zwischen heimischem "Gen-Au" und deutschem DNA-Zentrum

Österreichische Forschungsteams des Genomforschungsprogramms Gen-Au nutzen jetzt DNA-Materialien des Deutschen Ressourcenzentrums für Genomforschung (RZPD). Während die Wissenschaft Spezial im ALBUM auf Sommerpause war, schloss das deutsche Zentrum einen Kooperationsvertrag mit dem österreichischen Wissenschaftsministerium. Das Ressort finanziert Gen-Au in den ersten drei Jahren mit insgesamt 31,74 Millionen Euro.

Gen-Au ist ein Forschungsnetzwerk, in dem rund 60 österreichische Institutionen, wie beispielsweise Institute an Universitäten und Kliniken aber auch Firmen, die an der Entschlüsselung des menschlichen und pflanzlichen Genoms sowie des Tiergenoms arbeiten, eingebunden sind. Ebenso wie beim Deutschen Human-Genom-Projekt zielt Gen-Au mit seinen Verbundprojekten auf die industrielle Verwertung der Forschungsergebnisse ab.

Funktionsabläufe besser verstehen

Die Erkenntnisse, die ab nun auch in Österreich mit DNA-Material des deutschen Zentrums gewonnen werden, fließen in die nicht-kommerzielle Datenbank des Ressourcenzentrums ein. Damit stehen diese Informationen sodann Forschern aus aller Welt zur Verfügung. Das deutsche Zentrum bietet heute mehr als 35 Millionen DNA-Proben aus den Genomen von 30 verschiedenen Organismen an. Diese liegen in kurzen DNA-Abschnitten, den so genannten cDNA-Klonen vor. Des weiteren verfügt das Ressourcenzentrum über ein qualitätskontrolliertes Set aus mehr als 36.000 Klonen, von denen jeder einzelne jeweils genau ein menschliches Gen repräsentiert.

Ziel von Gen-Au und dem Deutschen Human-Genom-Projekt ist, das Entstehen von Krankheiten sowie Funktionsabläufe in den Zellen besser zu verstehen. Daraus können in Zukunft neue maßgeschneiderte Therapiekonzepte entwickelt werden. Vor allem erhoffen sich die Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der Erkenntnis um das Genom neue Medikamente zur Behandlung von Krebs und anderen, bisher unheilbaren Krankheiten zu entwickeln. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 6.9.2003)

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