Langer Donnerstag füllte die SCS

12. September 2003, 16:55
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Vor allem jüngere Kunden kamen

Vösendorf/Wien - "Überraschend gut" sei der erste Donnerstag mit Öffnungszeiten bis 21 Uhr im größten österreichischen Einkaufszentrum, der Shopping City Süd, abgelaufen, sagt Christoph Adamek, Geschäftsführer der SCS Verwaltungsgesellschaft. In der Gastronomie seien die Umsätze im Vergleich zu früheren Donnerstagen um zwanzig bis dreißig Prozent gestiegen, im Handel zwischen fünf und zwanzig Prozent.

Der Parkplatz sei auch nach 18 Uhr "bummvoll" gewesen. Er habe beobachtet, sagt Adamek im STANDARD-Gespräch, dass "relativ junges Publikum" bis halb zehn Uhr abends sich im Center aufgehalten habe. "Es waren keine Eltern mit Kindern zu sehen."

Um die Sinnhaftigkeit des langen Donnerstags zu beurteilen, müsste man noch "einige Wochen und Monate" beobachten, so Hans-Jörg Schelling, Chef des Möbelriesen Lutz, der vis-à-vis der SCS einen 40.000-Quadratmeter-Markt betreibt. Nicht nur die Zuwächse am Abend seien zu evaluieren: "Die Frage wird auch sein: Wann fehlen uns dann möglicherweise diese Umsätze?" Adamek: "Wird es der Freitag, der Samstag sein? Ich weiß es noch nicht." Das sind nämlich die Tage, an denen die jüngeren Kunden normalerweise immer kommen.

Wirbel um Nahversorgungsabgabe

Die von der Wirtschaftskammer geforderte Nahversorgungsabgabe, die von Einkaufszentren außerhalb von Ortskernen bezahlt werden sollte (DER STANDARD berichtete), hat indessen heftige Reaktionen hervorgerufen: Dies sei "konsumentenfeindlicher Schwachsinn", so Stephan Mayer-Heinisch, Obmann der österreichischen Einkaufszentren-Vereinigung ACSC und Sprecher der Leder & Schuh AG (Humanic), "diese Interessenvertreter des Handels pflegen ein mittelalterliches Zunftdenken und einen unerträglichen Protektionismus." Es könne nicht Aufgabe der gesetzlichen Wirtschaftsvertretung sein, ihre Mitglieder in "Gute" und "Böse" zu teilen und "Strafzölle" zu fordern, so auch der Handelsverband, die Organisation der filialisierten Handelsbetriebe. (szem, Der Standard, Printausgabe, 06.09.2003)

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