"Supersheriff" entwaffnet

9. September 2003, 09:45
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Drahdiwaberl Stefan Weber muss wegen Verstoß gegen das Waffengesetz vor Gericht - Drohende Höchststrafe: ein Jahr Haft

Wien - "In einer Zeit, in der Piefkes unseren Mozart rauben wollen und die schöne Stadt Salzburg durch Brunz-Objekte versaut wird, ist meine Geschichte eigentlich ein Lercherlschas", meint Stefan Weber. Doch es hilft nichts, der "Supersheriff" muss vor Gericht. Dem Frontmann der Gruppe Drahdiwaberl wird ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Drohende Höchststrafe: ein Jahr Haft.

Colts mit Platzpatronen

Im Jänner, als Weber im Wiener Stadttheater Rabenhof als Karl May auftrat, erhielt er Besuch von der Polizei. "Es wurden zwar keine Al-Kaida-Terroristen gefunden, dafür aber meine wie immer mit Platzpatronen geladenen Colts", schildert Weber. Die Waffen wurden konfisziert, der Rockprofessor angezeigt. Er hat zwar eine Waffenbesitzkarte, die berechtigt aber nicht zum "Führen" einer Waffe.

Promiprozess

"Ich verwende die Colts als allseits bekannter Pazifist ausschließlich für Bühnenshows", so Weber. Sein Rechtsanwalt Peter Schrammel wirft der Justiz vor, "aus einer Mücke einen Elefanten zu machen". Bei derartigen Ordnungswidrigkeiten sollte Diversion zur Anwendung kommen. Schrammel: "Doch der Staatsanwalt wollte partout einen Promiprozess." Die Verhandlung findet am 11. September im Bezirksgericht Innere Stadt statt. "Nicht weisungsgebundene Zuschauer" ersucht der Angeklagte "um ordentliche Kleidung und gepflegtes Äußeres, wie es diesem Ort voller Würde angemessen erscheint". (simo, DER STANDARD Printausgabe 6.9.2003)

  • Platzpatronen geladene Bühnencolts von "Drahdiwaberl"-Chef Stefan Weber wurden von Ordnungshütern konfisziert
    foto:gamuekl

    Platzpatronen geladene Bühnencolts von "Drahdiwaberl"-Chef Stefan Weber wurden von Ordnungshütern konfisziert

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