Schlosspark Schönbrunn: Streit um Hecke zieht sich hin

10. September 2003, 15:42
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Ob die 800 Bäume erneuert werden, bleibt weiterhinn unklar - die barocke Pflanzlinie von 1780 käme einer Totalerneuerung gleich

Wien - Angekündigte Einigungen finden - oft - nicht statt. Nicht nur in der "großen" Politik, auch in kleinen, gärtnerisch-denkmalpflegerischen Belangen zwischen sonst meist harmonisch agierenden Partnern. Und nicht einmal die heile Welt von Schönbrunn ist vor Disharmonie Streit gefeit.

Wie so oft ist man sich im Prinzip ja einig: Dass die Hainbuchenallee im Schönbrunner Schlosspark dringend erneuert gehört, ist allen Beteiligten - Bundesgärtnern, Bundesdenkmalpflegern und Schlossbetriebsgesellschaft - klar. Allein über das Wie und das Wann herrscht - DER STANDARD berichtete - große Uneinigkeit.

Barocke Pflanzlinie von 1780 käme einer Totalerneuerung gleich

Während Bundesgärten und Denkmalschützer darauf drängen, dass die 800 Bäume, die den großen Platz zwischen Schloss und Gloriette säumen, so rasch wie möglich durch neue Pflanzen ersetzt werden, bremsen die Schlossverwalter. Schließlich ist strittig, wo genau die Bäume gepflanzt werden sollen: Die Bundesgärten plädieren für die barocke Pflanzlinie von 1780. Das käme einer Totalerneuerung gleich. Die Denkmalschützer bevorzugen die Linie, an der die Bäume gegen Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt wurden - und bis heute stehen.

Hainbuchen sind nur im November auspflanzbar

Am Freitag hätte nun ein Umpflanz-Konsens verkündet werden sollen. Denn die Zeit drängt: Spätestens im Lauf der nächsten Woche muss eine Entscheidung fallen, um die vorbereiteten Bäume "umtopfen" zu können. Hainbuchen, so die Bundesgärtner, sind nur im November auspflanzbar.

Freilich: Man wurde sich nicht einig. Also einigte man sich, sich - wenn möglich - demnächst zu einigen. Sollte das nicht gelingen, beginnt das Spiel - aus baumpflanztechnischen Gründen - in zwei Jahren erneut. (nif, rott, DER STANDARD Printausgabe 6/.9.2003)

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