Gerätschaften für Arbeit und Spiel

15. September 2003, 00:48
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Witz und neue Formen zeichnen das Zubehör aus, mit dem Elektro- und Elektronikhersteller diesen Herbst reüssieren wollen

Wien - Weil die Menschen so lange vor dem PC sitzen, geht der Trend zu ergonomischem Zubehör, erklärt Roland Schwab, Marketingleiter PC-Games & Hardware bei Microsoft.

Die neuen Tastaturen, die in diesen Tagen auf den Markt kommen, zeichnen sich deshalb durch so Annehmlichkeiten wie Ablagewülste für die Handgelenke oder ergonomisch versetzte Tastaturen aus. Die Computermäuse haben ein Rädchen in der Mitte, mit dem man nicht nur, wie bisher schon, hinauf- und hinunter-, sondern auch nach rechts und links scrollen kann. Dies dürfte sich besonders beim Spielen am Computer als vorteilhaft erweisen.

Wie überhaupt alle Hersteller Augenmerk auf den Bereich Freizeit und Gaming legen. Die Microsoft-Tastaturen haben neuartige "Multimedia-Tasten", mit denen die gespeicherten Musik- und Filmdateien abgerufen und Einstellungen (Lautstärke etc.) verändert werden können.

Mobiltelefonhersteller

Auch die Mobiltelefonhersteller setzen immer mehr auf witzige Accessoires, die das Handy zum Spielgerät umfunktionieren. Nokia, größter Mobiltelefonhersteller, wird im Herbst das "N-Gage" auf den Markt bringen, das Spielekonsole und Handy in einem ist. Einen anderen Weg geht Sony Ericsson. Deren Gameboard EBG-10 dient als Ergänzung zum ebenfalls neu angekündigten Mobiltelefon Z600.

Ein weiteres verspieltes Zubehör, das den derzeitigen Trend veranschaulicht: Das CAR-100 von Sony Ericsson ist ein kleiner Rennwagen, der über ein Bluetooth-fähiges Sony-Ericsson-Mobiltelefon gesteuert werden kann. Beide Zusatzgeräte von Sony Ericsson werden zeitgerecht zum Weihnachtsgeschäft eingeführt. Das Gameboard wird rund 50 Euro kosten, das Rennauto 90 Euro.

Teure Spielehandys

Was die Preise bei den Spielehandys betrifft, sind diese - wie immer bei Neuheiten - nicht gerade niedrig. Nokias Spielehandy N-Gage wird 339 Euro kosten, das Z600 rund 400 Euro.

Auch bei den "Allerweltsprodukten" Keyboard und Computermäuse schlagen sich Innovationen im Preis nieder. Die Tastaturen - die in vielerlei Varianten auf den Markt kommen - kosten zwischen 19,90 und 149 Euro. Preisbestimmend ist dabei, ob via Kabel (billig) oder über Funk (teurer) gearbeitet wird. Das Spitzenprodukt ist eine Tastatur mit Bluetooth-Schnittstelle über die - einheitliche Bluetooth-Standards vorausgesetzt - andere Geräte wie Drucker, Maus, Scanner, etc. gemanagt werden können.

OEM-Firmen

Bei Microsoft streicht man hervor, dass man hinter Marktführer Logitech die Nummer zwei am Markt für Zusatzgeräte ist, wobei man bei OEM-Firmen (Original Equipment Manufactorer) wie Flextronics herstellen lässt. In diese Division fällt auch die Produktion der Spielekonsole Xbox. In diesem Segment hat erst kürzlich eine Bereinigung stattgefunden, die ein bezeichnendes Licht auf die Spiele-Strategie des Konzerns wirft. Die Produktion von Lenkrädern und Joysticks für PC-Games wurde eingestellt. "Wir glauben, dass die mausbasierten Computerspiele zunehmen werden", erklärt Microsoft-Gamer Roland Schwab. Und auf dem Spielekonsolen-Markt habe man eben die Xbox.

Dazu passt dann auch ein weiteres Feature, das bei den neuen Tastaturen eingebaut ist: Das rundum bewegliche Scroll-Rädchen, das von den Mäusen her bekannt ist, findet sich jetzt auch am linken Teil des Keyboards.(Johanna Ruzicka, Der Standard, Printausgabe, 05.09.2003)

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