Für Drogen und Open Source

11. September 2003, 10:41
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Die 26-jährige Programmiererin Georgy Russell steigt gegen Schwarzenegger und Co. in das Rennen um das Gouverneursamt

Noch-Gouverneur Gray Davis und sein Herausforderer Arnold Schwarzenegger bekommen im Rennen um das kalifornische Gouverneursamt ernsthafte Konkurrenz - zumindest was die Berichterstattung in den Medien betrifft. Die 26-jährige Programmiererin Georgy Russell will Gouverneurin in Kalifornien werden und avancierte im Netz schon jetzt zum heimlichen Star.

Die Sache mit den Slips

Bekannt wurde Russell durch ein Merchandising-Produkt - einen Damenslip mit dem Aufdruck ihres Wahlslogans ("Georgy for Governor"). Die US-amerikanischen Medien schienen dem Kleidungsstück zu Beginn wesentlich mehr Aufmerksamkeit als der Gouverneursamts-Anwärterin entgegen zu bringen, doch mittlerweile darf sich Russell über stete Medienpräsenz freuen. Russell möchte sich dem Wahlvolk als Alternative gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz der großen Parteien präsentieren.

Drogen und Open Source

Im Wahlprogramm der Softwareprogrammiererin finden sich einige umstrittene Punkte wie etwa die Legalisierung von Marihuana oder auch die Heiratserlaubnis für homosexuelle Paare. Außerdem forciert die Kandidatin den Einsatz von Open Source-Software in kalifornischen Schulen und Unternehmen und sieht Zukunftsperspektiven für Solarzellen und ein Ende der Todesstrafe. Vor kurzem berichtete auch das Online-Magazin Slashdot über die Kandidatin und sorgte für einen Zusammenbruch ihrer technischen Infrastruktur. Die Berkeley-Absolventin ist bei Technik-Fans nicht nur wegen dem Open Source-Gedanken beliebt, sondern wegen ihres gut gepflegten Weblogs.

Die Entscheidung

Am 7. Oktober finden die Wahlen in Kalifornien statt. Wie Russell des Öfteren bekundete will sie nicht nur etwas Schwung in die Wahl bringen, sondern tatsächlich auch gewinnen. Bleibt abzuwarten, wie die kalifornischen Wähler entscheiden werden. Wie Russell in einem US-Interview betonte, findet sie die Aufregung und Aufmerksamkeit rund um ihre "Wahlslips" mittlerweile sogar witzig und hilfreich, da "es die Leute auf meine Webseite bringt oder mir ein Interview verschafft". (grex)

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