Digi-Cams setzen Siegeszug fort

15. September 2003, 00:48
posten

Schon zwei von drei aller verkauften Kameras sind digital - Rettung für Fotohandel

Wien - Der Siegeszug der digitalen Kameras geht in Österreich ungebremst weiter. Nachdem bereits im Vorjahr mehr digitale als analoge Fotoapparate verkauft wurden, gingen im Zeitraum Februar bis Juli 2003 (laut Fessel-GfK) bereits 146.400 Digi-Cams über den Ladentisch - um 74 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2002 - und nur noch 92.500 Spiegelreflex- und Kleinbildkameras, und damit um ein Fünftel weniger. Insgesamt belief sich der Umsatz mit Fotoapparaten, Filmen, Zubehör und Entwicklung 2002 auf rund 440 Mio. Euro.

Der Preisverfall bei der neuen Technik hält allerdings weiter an: Der Umsatz mit Digitalkameras erhöhte sich im Zeitraum Februar bis Juli lediglich um knapp ein Viertel auf 69,55 Mio. Euro. Damit sank der Durchschnittspreis um 28 Prozent von 664 Euro auf 475 Euro. Bei den Analog-Apparaten ging der Umsatz um 28 Prozent auf 15,44 Mio. Euro zurück; im Schnitt kosteten sie 167 Euro nach 183 Euro im Jahr davor.

Erlösung für Fotohandel

Für den Fotohandel ist der Trend in Richtung digital die endgültige Erlösung von der Absatzflaute, glaubt auch der deutsche Fotohandel, bei dem erstmals 2003 mehr Digitalkameras als traditionelle Fotoapparate verkaufen werden. "Der Fotohandel erobert sich durch den Trend zur digitalen Fotografie neue Geschäftsfelder - die Produkte wachsen nicht nur in den Köpfen der Verbraucher, sondern auch in den Regalen der Händler zusammen, sagte Willy Fischl, Geschäftsführer des Bundesverbandes Technik im Einzelhandel (BVT) zu Reuters.

Positiver Nebeneffekt des Digital-Trends: Auch das Geschäft mit den Fotoabzügen profitiert vom digitalen Trend. "Die Konsumenten drucken die Fotos nicht zu Hause aus, im Gegenteil: Da bei Heimdruckern Kosten von rund 70 Cent pro Foto anfallen, bevorzugen Konsumenten die digitale Ausarbeitung beim Fotohändler für rund 30 Cent", meint auch Robert Hartlauer von der gleichnamigen Fotokette zur APA.

"Inzwischen ein Massenprodukt"

"Digitalkameras sind inzwischen ein Massenprodukt, ein Trendprodukt. Es ist lässig, digitale Fotos zu schießen", meint Hartlauer. Er rechnet auch künftig mit Zuwachsraten von deutlich über 10 Prozent. Bei Hartlauer sind mittlerweile 70 Prozent der verkauften Kameras digital. Mit Fotoprodukten erwirtschaftete die Kette ein Drittel seines Gesamtumsatzes von 192 Mio. Euro im Jahr 2002.

Der Digital-Boom in der Fotografie schafft auch für die Hersteller eine neue Situation. Die fünf größten Anbieter Sony, Olympus, Canon, Kodak und Fuji liefern sich einen harten Wettbewerb bei Preis und Leistung ihrer Digitalkameras. Inzwischen drängen auch Computerhersteller wie Hewlett Packard auf den Markt, der vor allem im Bereich des Zubehörs satte Gewinne verspricht.

Der Run auf die Digitalkameras heizt aber auch den PC- und Software-Markt an, da die Speicherung der digitalen Aufnahmen immer mehr Platz auf den Festplatten beansprucht und zudem die Konsumenten eine nachträgliche Bearbeitung der Fotos wünschen, was wiederum zusätzliche Software erfordert.(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Jeder will sie: die Digicam

Share if you care.