GPRS: Mobilfunkprovider im Performance-Test

10. September 2003, 10:25
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Telering übertrifft T-Mobile - Bronze geht an Mobilkom

GPRS hat sich vom Spielzeug für Technikfreaks zum breiten Tool für den Massenmarkt entwickelt. Abseits der UMTS-Wehen gedeiht der GPRS-Markt gut - das unterstreichen alle vier Mobilfunkanbieter (Mobilkom, One, Telering, T-Mobile). Was GPRS-Usern in Österreich fürs liebe Geld tatsächlich geboten wird, hat das Fachmagazin Output in einer ausführlichen Testreihe untersucht.

Sechs Tage

Der GPRS-Test fand über einen Zeitraum von sechs Tagen statt, vom 7.7. bis 14.7.2003, im 14. Wiener Gemeindebezirk. Dabei mussten die vier Teams der Datendienstanbieter folgende Prüfungen meistern: Einwahlgeschwindigkeit, das Laden der Seite www.wsj.com (Wall Street Journal) sowie das Downloaden von PDF-Files. Bei den PDFs wurde für die spezielle "Sprintwertung" das Top-75-Ranking von Output mit einer Größe von 157 KB gewählt. Für die kräfteraubende "Bergwertung" war der Geschäftsbericht der OMV AG mit 2,1 MB zu bewältigen. (Beide Dateien waren auch im vorjährigen GPRS-Test die Messkriterien).

Weitere Prüfungen

Ein Testdurchgang mit allen vier Anbietern erfolgte jeweils in einem Zeitfenster von eineinhalb Stunden. Die Einstellungen des Internet-Explorers wurden nach jedem Provider wieder auf Null gesetzt. Das heißt, die Cookies, der Verlauf und die Temporary Internet Files plus die Offline-Inhalte wurden vollständig gelöscht. So konnte der Speed der jeweiligen Anbieter verglichen werden. Die ersten acht Testdurchgänge wurden ohne jegliche Zuhilfenahme der jeweils angebotenen Beschleunigungstools durchgeführt. Bei weiteren vier Durchgängen kamen diese Tools dann zum Einsatz. Als Grundlage für das Gesamtergebnis der ""PRS-Tour d'Autriche 2003" und die Vergabe des "Maillot Jaune" galten die ermittelten Durchschnittswerte der einzelnen Prüfungen.

Die Einwahlzeiten

Keine gravierenden Unterschiede waren bei der Einwahlgeschwindigkeit festzustellen. Sie betrug bei allen Anbietern zwischen 16 und 18 Sekunden. Am besten konnte sich One für die nächsten Etappenwertungen mit 16,92 Sekunden rüsten. Der Spreu vom Weizen trennte sich beim Laden der Wall-Street-Journal-Seite. Hier gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem vorjährigen Gesamtsieger T-Mobile und Telering. Telering konnte mit 78,33 Sekunden eine gute Sekunde Vorsprung ins Ziel retten. Etwas zurück kam Mobilkom mit 82,63 Sekunden ins Ziel. Sichtlich abgeschlagen auf dieser Teilstrecke: One mit einer Zeit von 88 Sekunden.

PDF-Download

Zweites Teilstück: der Download des 157 KB großen Output-Top-75-PDFs. Hier erwies sich die Mobilkom als Sprintkönig. Der Vorjahresletzte gewann diese Wertung deutlich in 24,67 Sekunden. Das Verfolgerfeld kam mit rund fünf Sekunden Verspätung an. In der anschließenden kräfteraubenden Bergwertung (Download des OMV-Geschäftsberichts) zeigte Telering hervorragende Kletterqualitäten. In fünfeinhalb Minuten - wenn auch nur mit hauchdünnem Vorsprung auf T-Mobile - bewältigten die zähen 0650er den steilen Anstieg von 2,1 MB. Der dritte Platz ging sicher an Mobilkom. Mit 60 Sekunden Verspätung schnaufte One den Datenberg hinauf.

Beschleunigungstools

Den spannenden Schluss gestaltete ein individuelles Zeitfahren. In dieser Wertung war es den einzelnen Teams gestattet, auf ihre jeweiligen technischen Hilfen zurückzugreifen. Verheißungsvolle Beschleunigungstools wie Mobilkoms "NetBooster", One´s "Data Optimizer", Telerings "GPRS fastkit" und der "Speed Plus Client" von T-Mobile kamen nun zum Einsatz. Das Kriterium war wieder das Laden der von Bildern und Links strotzenden Wall-Street-Journal-Seite. Fazit: Die Teams schöpften alle Möglichkeiten aus, um so wenig Ballast wie möglich mitzuschleppen. Die Einstellungen der Beschleunigungssoftware wurden voll ausgenützt. Kopf an Kopf gingen One und T-Mobile in 33,75 Sekunden durchs Ziel. Dahinter Telering mit 37 Sekunden und mit knapp 40 Sekunden Mobilkom.

Deutlich verbesserte Performance

Laut Testergebnissen von Output zeigte die diesjährige "GPRS-Tour" deutlich verbesserte Performance der Anbieternetze, hatte voriges Jahr doch der eine oder andere mit peinlichen Ausfallszeiten zu kämpfen. Speed und Verfügbarkeit waren bei den Teams Telering und T-Mobile über die gesamte Testphase hinweg am besten. Die Entscheidung über den Gesamtsieg ließ bis zur letzten Sekunde auf sich warten. Ausschlaggebend waren dabei die beiden Etappensiege von Telering. Folglich: Gelbes Trikot und Toursieg um Reifenlänge für Telering vor dem Zweiten: Vorjahreschampion T-Mobile.

Das enttäuschende letztjährige Abschneiden hat sich Team Mobilkom anscheinend zu Herzen genommen und zeigt sich mit dem dritten Gesamtplatz auf dem GPRS-Parcours wieder konkurrenzfähig. Während Team One nach gutem Start und abschließendem Aufbäumen im Zeitfahren nicht über gravierende Konditionsprobleme auf den kräfteraubenden Teilstrecken hinwegtäuschen konnte und sich 2003 mit dem vierten Platz begnügen muss.(pte)

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