Office-Dokumente mit beschränkten Rechten

11. September 2003, 20:02
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Office 2003 bringt das Digital Rights Managment auf den Desktop - User entscheiden, wer welche Dateien lesen, weiterleiten oder kopieren kann

Der Softwarekonzern Microsoft wird mit seinem kommenden Büro-Softwarepaket Office 2003 das Digital Rights Managment auf die Desktops bringen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Office-Paketes werden Tools inkludiert sein, die es den Anwendern erlauben ihre Dokumente mit User-spezifischen Einschränkungen und Einstellungen zu Lese-, Kopier- und Schreibrechten auszustatten.

Windows Rights Managment Services

In Office 2003 wird es somit erstmals möglich sein, Dokumente mit spezifischen Einstellungen zu versehen und Usern eingeschränkte Rechte im Umgang mit den Daten zu geben. Laut einem Bericht von CNet können Anwender nun einstellen, welcher User die Dokumente lesen und/oder bearbeiten darf; auch Kopier- und Druckrechte können unterschiedlich angepasst werden und alle Dokumente sollen sich mit einem Ablaufdatum ausstatten lassen. Laut CNet ist die Integration dieser Technologie der erste Schritt von Microsoft in Richtung "Windows Rights Management Services". Diese zielen darauf ab, eingeschränkte Zugänge zu Informationen in Unternehmen zum Standard zu machen.

Wichtig für Office

Laut CNet sehen Analysten das Digital Rights Management und die damit verbundenen spezifischen Berechtigungen für einzelne User als einen wichtigen Schritt für Office - und damit natürlich auch für den Softwarekonzern. Zu wenig hätte sich bei den letzten Versionen der Büro-Software für die Unternehmen getan und so musste eine größere Neuerung in das kommende Office integriert werden, zeigen sich Analysten überzeugt. "Wenn Office 2003 nur ein weiteres modifiziertes Upgrade gewesen wäre, dann hätte man Unternehmen nicht zu einem Wechsel animieren können", so Michael Gartenberg, ein Analyst von Jupiter Research gegenüber CNet. "Für die meisten Anwender kam der Großteil der wichtigen Änderungen und Neuerungen in den Office-Applikationen bereits 1995. Aber es gibt wesentlich mehr Dinge, die man umsetzen kann, wenn man Office als Plattform für die Bereitstellung neuer Services nutzen", so Gartenberg weiter.

Das Ende der Konkurrenz

Das neue Rechtemanagement beendet aber auch die lange Interoperabilität der einzelnen Office-Formate untereinander - wenn auch sehr drastisch. War es bislang für PC-User - mehr oder weniger - möglich, Dokumente, die als Word ".doc" oder Excel ".xls" abgespeichert waren, auch mit älterer Office-Software oder Konkurrenzprodukten, wie etwa Suns StarOffice oder OpenOffice zu öffnen und zu bearbeiten, so wird dies mit Office 2003 nicht mehr möglich sein. Ein in Office 2003 erstelltes und geschütztes Dokument kann nur mit Office 2003 bearbeiten werden.

Ein Wunsch der Unternehmen

Bei CNet meldet sich auch Dan Leach, Microsofts führender Office-Produkt Manager, zu Wort und sagt, dass das Rechtemanagement ein Ergebnis von fortlaufenden Diskussionen mit Konsumenten sei. "Wir haben die Anwender gefragt, welche Features ihnen fehlen würden und sie haben gemeint, dass sie mehr Informationen für mehrere Leute in ihren Unternehmen zugänglich machen wollen, ohne sich dabei Sorgen machen zu müssen, ob die Informationen in falsche Hände geraten könnten", so Leach.(red)

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