Ein "Wahnsinn"

9. September 2003, 11:06
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Mobilkom-Chef Boris Nemsic freut sich über Kundenzuwachs und Ausbau der Marktführerschaft

Die Mobilkom Austria, 100-Prozent-Tochter der börsenotierten Telekom Austria, hat im ersten Halbjahr 2003 ihre Marktführerschaft im heiß umkämpften österreichischen Mobilfunkmarkt weiter ausgebaut. Wachstumspotenzial für die Zukunft sieht Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic vor allem in den mobilen Datenumsätzen, deren Anteil am Gesamtumsatz von derzeit 11,4 Prozent in Österreich bis 2005 auf 20 Prozent steigen soll.

Ausbau

Ausgebaut wird derzeit vor allem das mobile Ticketing. Mit dem Verkauf von 25.000 SMS-Tickets - u.a. Konzertkarten - im ersten Halbjahr und 4.000 monatlich via Handy bestellten ÖBB-Bahntickets seien von Jänner bis Juni 750.000 Euro umgesetzt worden, berichtete Mobilkom-Marketingvorstand Hannes Ametsreiter am Dienstag bei der Halbjahresbilanz-Pressekonferenz. Ab Oktober startet die Mobilkom den Verkauf via Handy von Tickets aller Bundestheater und einiger Clubs sowie von Parktickets in ganz Wien für alle 110.000 Kurzparkplätze. "Mobile Parking" sei für alle österreichischen Handykunden unabhängig vom Netzbetreiber möglich, betonte Nemsic.

Bulgarien im "strategischen Interessensgebiet der Mobilkom"

Hinsichtlich der in Prüfung befindlichen Übernahme des bulgarischen Handynetzbetreibers Mobiltel zu mindestens 50 Prozent und einer Aktie stehe das Ergebnis der Due Diligence-Prüfung noch aus, berichtete Nemsic. Bei positivem Ergebnis sei mit einem verbindlichen Angebot - nach entsprechenden Aufsichtsratsbeschlüssen - im Oktober zu rechnen, mit dem allfälligen Abschluss der Verhandlungen Anfang 2004. Bulgarien liege im "strategischen Interessensgebiet der Mobilkom", eine Übernahme mache aber nur "bei guten Wachstumschancen und einer Wertsteigerung" der Mobiltel Sinn.

Zahlen

Die Mobilkom Austria-Gruppe stellte im ersten Halbjahr 2003 bereits 48,1 Prozent des Umsatzes und 57 Prozent des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) der Telekom Austria-Gruppe, so Nemsic. Der Umsatz stieg von Jänner bis Juni um 7,3 Prozent auf 973,2 Mio. Euro, das EBITDA um 5,2 Prozent auf 367,2 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging hingegen auf Grund von Abschreibungen - u.a. für die UMTS-Lizenz - um 3,4 Prozent auf 208,6 Mio. Euro zurück.

Kundenzuwachs ein "Wahnsinn"

Der Kundenzuwachs in Österreich von 6 Prozent auf 3,066 Mio. sei angesichts des starken Wettbewerbs ein "Wahnsinn", so Nemsic. Zwei Drittel der neu gewonnenen Kunden seien Wechselkunden, ein Drittel Neukunden, so Ametsreiter. Die Kundenzahl werde sich bis Jahresende bei knapp über 3,1 Millionen Kunden einpendeln. Der monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) stieg von 36 auf 37,5 Euro. Die Kosten für die Kundenakquisition erhöhten sich von 28,6 auf 34,1 Mio. Euro, die Kosten für die Kundenbindung von 17,7 auf 26 Mio. Euro.

UMTS: "Mehr als 1.500 Kunden"

Per Ende Juni hatte die Mobilkom 750.000 mobile Internet-User, 460.000 GPRS-User und 100.000 MMS-Kunden. "Mehr als 1.500 Kunden" nutzen die Services der im April gestarteten dritten Mobilfunkgeneration UMTS. Da die "Symmetrie zwischen Netz, Diensten und Geräten" noch nicht hergestellt sei, verlängere die Mobilkom in der laufenden "UMTS-Trainingsphase" die kostenlose Nutzung von UMTS-Diensten bis Ende Oktober, so Ametsreiter. Bis Ende 2003 werde es ein bis drei neue UMTS-Geräte geben, ab dem ersten Quartal 2004 "eine Vielfalt" davon. Die UMTS-Netzabdeckung der Mobilkom werde bis Jahresende 2003 50 Prozent erreichen.

14,7 Prozent des Gruppenumsatzes kamen im ersten Halbjahr von der 99-prozentigen kroatischen Mobilfunktochter VIPnet, 3,8 Prozent von der slowenischen si.mobil, 0,4 Prozent von der Tochter in Liechtenstein. Die VIPnet steigerte die Kundenzahl um 20 Prozent auf 1,15 Mio., die si.mobil um 16,7 Prozent auf rund 350.000, die Mobilkom Liechtenstein um 31,6 Prozent auf 2.174 Kunden. Der Wert der VIPnet wurde heute mit einer halben Mrd. Euro beziffert. (APA)

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    "Wahnsinn" - Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic freut sich über den Kundenzuwachs

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