"Müssen Frauen nackt sein, um ins Museum zu kommen?"

17. September 2003, 10:34
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Die erste virtuelle Museumsführerin für Frauen - "MuSieum – displaying:gender" - vorgestellt

Wien – "Müssen Frauen nackt sein, um ins Museum zu kommen?". Diese provokante Frage stellten sich auch schon die Guerilla-Girls aus New York. Tatsächlich sind Frauen nicht nur als ausstellende Künstlerinnen extrem unterrepräsentiert, auch ihre Bedürfnisse und Vorlieben als Museumsbesucherinnen werden zu selten berücksichtigt.

Geschlechtsspezifische Aspekte des Ausstellens

Die Zahlen sprechen für sich: "Weniger als 5 Prozent der KünstlerInnen in den Abteilungen für moderne Kunst sind Frauen, aber 85 Prozent der Nackten sind weiblich. In die gleiche Richtung geht die wissenschaftliche Kritik, die besagt, dass zwar Frauen als handelnde Subjekte abwesend seien, doch gleichzeitig herrschende Vorstellungen von Frauen und Weiblichkeit im Objektstatus in musealen Repräsentationen verfügbar gemacht sind – die Museen seien voll mit männlichen Projektionen das weibliche Geschlecht betreffend. Da Museen und Ausstellungen populäre Medien der Wissensproduktion und -vermittlung sind, ist es auch von Bedeutung zu fragen, welche kulturellen Erzählungen und Bilder sie, die Museen, transportieren.

Frauen ins Museum

"Frauen ins Museum" war der Slogan, mit dem die (deutsche) Frauenbewegung Ende der 70er-Jahre auf die Abwesenheit von Frauen in Museen ... reagierte... Unsichtbares sollte wieder sichtbar gemacht werden..." (Ausschnitt aus einem Text von Roswitha Muttenthaler und Regina Wonisch)

Um diesem enormen Defizit Abhilfe zu schaffen, haben Frauenstadträtin Mag.a Renate Brauner und das Wiener Frauenbüro (MA57) ein völlig neuartiges Projekt entwickelt und am Montag Abend vorgestellt: das "MuSieum – displaying:gender". Dieses bietet einen neuen und frauengerechten Blick auf in den Museen Ausgestelltes an. Auf der Website musieum.at werden Objekte aus vier Wiener Museen – Historisches Museum, Technisches Museum, Jüdisches Museum und Museum für Volkskunde – gezeigt.(red)

  • Gegenüberstellungen: Arbeit gestern und heute.
    bild: wiener sp-frauen
    Gegenüberstellungen: Arbeit gestern und heute.
  • Modeaufnahmen: Frauenbeine und Pink Barbies.
    bild: wiener sp-frauen
    Modeaufnahmen: Frauenbeine und Pink Barbies.
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