Die Stadt Frankfurt feiert ihren berühmten Denker

5. Oktober 2003, 19:36
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Konferenz, Denkmal, Austellung, Bücher ...

Frankfurt/Main - Die Stadt Frankfurt feiert ihren berühmten Denker Theodor W. Adorno (1903-1969) zum 100. Geburtstag: Im September vergeht in dessen Heimatstadt kaum ein Tag ohne Ausstellung, Symposium, Denkmaleinweihung, Preisverleihung, Gedenkkonzert oder Buchvorstellung.

Das Kernstück, die geplante Jubiläumsausstellung des Adorno-Archivs, wird allerdings erst im November eröffnet. Die große Schau über Leben und Werk ist dann bis Februar im Historischen Museum zu sehen. Pünktlicher kommen zwei kleinere Ausstellungen über "Adorno in Frankfurt", die am kommenden Donnerstag (4. September) in der Stadtbibliothek eröffnet wird, und über seine Jugendjahre am Main ab Freitag (5. September) im Haus Giersch.

Denkmal

Einen Tag vor seinem Geburtstag bekommt der Denker am 10. September ein Denkmal gesetzt. Bislang war nur ein kahler Platz nach Adorno benannten. Zum Jubiläum baut der in Köln lebende Russe Vadim Zakharov einen 2,50 Meter hohen Glaskubus in ein schwarz-weißes Boden-Labyrinth, auf dem Texte Adornos zu lesen sind. Im Inneren stehen ein hölzerner Schreibtisch nebst Stuhl, auf dem Tisch befinden sich Bücher und ein tickendes Metronom. Die Arbeit betone "das Private, aber auch die Intellektualität der Persönlichkeit und der Werke Adornos", erklärte die Jury, die sich für den Entwurf entschieden hat.

Bücher

Zum Stichtag (11. September) selbst präsentiert Detlev Claussen seine im S. Fischer Verlag erschienene Adorno-Biographie mit dem nicht unbescheidenen Untertitel "Ein letztes Genie". Der Suhrkamp Verlag zieht erst am 28. September nach, widmet seinem Hausautor dann aber eine umfangreiche "philosophische, literarische, musikalische Matinee". Am 13. September steht die feierliche Verleihung des Adorno-Preises an. Der geht im Geburtstagsjahr an den Komponisten György Ligeti. Zum Jubiläum wurde eigens der Verleihungs-Rhythmus der mit 50.000 Euro dotierten Auszeichnung verändert, die im üblichen dreijährigen Turnus eigentlich erst wieder 2004 fällig gewesen wäre.

Theodor-W.-Adorno-Konferenz

Die Fachleute kommen vom 25. bis 30. September auf ihre Kosten. Dann lädt das Institut für Sozialforschung, das Adorno bis zu seinem Tod leitete, zur offiziellen Theodor-W.-Adorno-Konferenz. Zur Eröffnung spricht der Philosoph Jürgen Habermas, der einst als Assistent rausflog und später als Leiter ans Institut zurückkehrte. Zu den sechs Tagen haben sich unter anderem Trendforscher Norbert Bolz und Regisseur Christoph Schlingensief angekündigt. Dem Komponisten und Musikwissenschaftler Adorno sind Konzerte am 28. und 29. September im Goethe-Haus gewidmet. (APA/dpa)

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