Frankfurter Schule

5. Oktober 2003, 19:36
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Frankfurt/Main - Die Frankfurter Schule ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Wissenschaftern, die in Anlehnung an Karl Marx eine kritische Theorie der modernen Gesellschaft entwickelten. Als ihr Ursprung gilt die Gründung des Instituts für Sozialforschung an der Universität Frankfurt in den Jahren 1923/24. Ihre größte Wirksamkeit erzielte die Frankfurter Schule als Stichwortgeber und geistiger Nährbrunnen der Studentenbewegung in den sechziger Jahren.

Die frühen Forschungsarbeiten des Instituts für Sozialforschung widmeten sich unter der Leitung seines ersten Direktors Carl Grünberg der Geschichte der Arbeiterbewegung. Mit der Übernahme des Instituts durch Max Horkheimer 1931 verlagerte sich der Schwerpunkt auf Soziologie und Philosophie. Zwei Jahre später gingen die Mitglieder des Instituts ins Exil, zunächst nach Genf und dann an die New Yorker Columbia University. Dort schrieben Horkheimer und Theodor W. Adorno von 1939 bis 1944 gemeinsam die "Dialektik der Aufklärung", die 1947 in Amsterdam veröffentlicht wurde.

Neben Horkheimer und Adorno, der das Institut von 1958 bis zu seinem Tod 1969 leitete, sind vor allem die Namen Erich Fromm, Herbert Marcuse, Jürgen Habermas und Ludwig von Friedeburg mit der Frankfurter Schule verbunden. Heute beschäftigt sich das Institut vor allem mit "Paradoxien kapitalistischer Modernisierung". (APA/AP)

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