UNO reduziert Zahl ihrer Mitarbeiter

30. August 2003, 15:03
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Arbeit an humanitären Verbesserungen sollen nach Jordanien verlegt werden - Annan verurteilt Anschlag in Najaf

New York - Aus Sicherheitsgründen wollen die Vereinten Nationen die Zahl ihr Mitarbeiter im Irak deutlich reduzieren. Aus UNO-Kreisen verlautete am Freitag in New York, von den derzeit 400 internationalen Mitarbeitern der Vereinten Nationen, davon 110 in Bagdad, sollten künftig nur noch 40 bis 50 im Land bleiben. Das entspricht einem Rückgang von fast 90 Prozent.

"Die wichtigsten humanitären Aufgaben werden weitergehen, darunter die Verteilung von Lebensmitteln und die Arbeit in den Krankenhäusern", sagte UNO-Sprecher Stephane Dujarric. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen angeordnet, nachdem bei dem Bombenanschlag auf das UNO-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 22 Menschen ums Leben gekommen waren. Unter den Toten war auch der UNO-Sondergesandte für den Irak, Sergio Vieira de Mello.

UNO will Arbeit nach Jordanien verlegen

Zum Zeitpunkt des Anschlags hielten sich nach Angaben von UNO-Sprecher Fred Eckhard etwa 300 Mitarbeiter in Bagdad und mehr als 300 weitere im Rest des Landes auf. Die Vereinten Nationen brachten nach dem Anschlag die verletzten Mitarbeiter außer Landes und forderte andere auf, ihre Arbeit ins benachbarte Jordanien zu verlegen.

UNO-Generalsekretär Annan verurteilte am Freitag den Terroranschlag in der irakischen Pilgerstadt Najaf aufs Schärfste. In einer Stellungnahme der UNO heißt es, Annan sei entsetzt, dass der Anschlag gerade nach dem Freitagsgebet an einem der heiligsten Orte für die Schiiten stattgefunden habe.

Annan forderte alle politischen und religiösen Gruppen im Irak zu größter Zurückhaltung auf. Sie sollten von weiterer Gewaltanwendung und Rache Abstand nehmen. Der UNO-Generalsekretär betonte, er glaube, dass nur ein glaubwürdiger, umfassender und transparenter politischer Prozess zu Frieden und Stabilität im Irak führen könnte. (APA/AP/dpa)

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    Zwei irakische Frauen haben Wasser aus dem stark verschmutzen Shatt al Arab Fluss in Basra geschöpft. Krankenhäuser der Stadt berichteten von mindestens 17 Cholera-Fällen, die WHO hält diese Zahl für stark untertrieben, eine Dunkelziffer mitbedacht.

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