USA: Vergewaltigung in Airforce-Akademie an der Tagesordnung

31. August 2003, 10:43
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Bis zu zwölf Prozent der Absolventinnen geben an, vergewaltigt worden zu sein - Konsequenzen gibt es meist nur für die Opfer

Washington - Zwölf Prozent der diesjährigen Absolventinnen der angesehenen US-Luftwaffe-Akademie in Denver (US-Bundesstaat Colorado) sind vergewaltigt oder sexuell belästigt worden. Das geht nach US-Medienberichten von Freitag aus einer Untersuchung des Generalinspektors des Verteidigungsministeriums hervor. Der Inspektor befragte knapp 600 Studentinnen der Akademie, nachdem sich Anfang des Jahres mehrere junge Frauen über sexuelle Belästigung und eine Mauer des Schweigens bei ihren Vorgesetzten beklagt hatten.

Fast 19 Prozent der Frauen gaben an, mindestens einmal sexuell belästigt worden zu sein, sieben Prozent gaben versuchte oder erfolgte Vergewaltigung an. In der Abschlussklasse, die vier Jahre an der Akademie studierte, lag der Anteil bei Vergewaltigungen sogar bei zwölf Prozent. In fast 90 Prozent der Fälle waren die Täter nach Angaben der Frauen Mitstudenten.

Die Armee hatte die Leitung der Akademie, an der gut 4.000 Kadetten ausgebildet werden, im Frühjahr ausgewechselt. Studentinnen hatten den Vorgesetzten vorgeworfen, ihre Beschwerden nicht ernst genommen zu haben. Stattdessen seien die Frauen selbst oft wegen der Teilnahme an verbotenen Partys diszipliniert worden. Viele hätten daraufhin davon abgesehen, Belästigungen oder Vergewaltigungen überhaupt noch zu melden. (APA/dpa)

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