Iranischer Ex-Botschafter bleibt trotz Kautionsangebot in Haft

31. August 2003, 10:24
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Beteiligung an Anschlag in Argentinien vorgeworfen

London - Der frühere iranische Botschafter in Argentinien, Hadi Soleimanpur, bleibt trotz eines Kautionsangebots der iranischen Regierung weiter in Auslieferungshaft in Großbritannien. Nach einer Anhörung vor dem Haftrichter am Freitag in London gab der Anwalt von Soleimanpur bekannt, die Regierung in Teheran habe mit dem Kautionsangebot von 500.000 Pfund (725.000 Euro) ihre "eigene Glaubwürdigkeit aufs Spiel" gesetzt. Auch Freunde und Verwandte hätten Geldsummen angeboten. Richter Christopher Pratt habe die Freilassung gegen Kaution aber mit dem Hinweis auf die "schwerwiegenden Vorwürfe" gegen den Ex-Diplomaten abgelehnt.

Dem 47-Jährigen wird vorgeworfen, an der Planung und Ausführung des verheerenden Bombenanschlags auf ein jüdisches Kulturzentrum in Buenos Aires 1994 beteiligt gewesen zu sein. Dabei waren 85 Menschen getötet und etwa 200 verletzt worden. Die iranische Regierung hat gegen die Festnahme scharf protestiert und Buenos Aires vorgeworfen, die Anschuldigungen gegen Soleimanpur seien "politisch motiviert." Iran solle damit "unter Druck gesetzt" werden.

Soleimanpur war auf Antrag der argentinischen Behörden am 21. August in der nordenglischen Universitätsstadt Durham festgenommen worden. Er muss am 19. September erneut vor dem Haftrichter erscheinen. (APA/dpa)

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