Rekordsommer 2003: Der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn

9. September 2003, 20:29
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Auch das Jahr 1811 übertroffen - Zwerndorf in Niederösterreich am 13. August Hitzepol mit 38,6 Grad

Wien - Vom Kalender her endet der Sommer am 23. September, die Klimatologen nehmen aber die Werte vom 1. Juni bis 31. August - und da verzeichneten die Wetterfrösche heuer einen absoluten Rekord. Die wenigen noch ausstehenden Augusttage werden daran nichts mehr ändern: 2003 war in Österreich der wärmste Sommer seit Beginn meteorologischer Messungen im 18. Jahrhundert, hieß es heute, Freitag im "Vierteljahresbericht" der Hohen Warte in Wien.

Der Grundstein wurde der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zufolge schon mit dem Juni 2003 gelegt, der ebenfalls der wärmste seit Messbeginn war. Nach einem überdurchschnittlich warmen Juli sorgte der August, der an vielen Orten rekordverdächtig ist, für dieses Ergebnis.

Über den Normalwerten

Die Mitteltemperaturen dieses Sommers liegen laut Helmut Derka von der ZAMG drei bis fünf Grad Celsius über den Normalwerten. An den zwei Messstellen mit bis in das 18. Jahrhundert zurückreichenden Temperaturreihen, Kremsmünster und Wien, war der zuvor wärmste Sommer im Jahr 1811. In Kremsmünster wird das Sommermittel 2003 etwa 21,4 Grad betragen (im Vergleich zu 20,7 Grad im Jahr 1811), in Wien vermutlich 22,5 (1811 waren es 21,8 Grad).

Der heißeste Tag dieses Sommers war der 13. August. An diesem Tag meldete Zwerndorf (NÖ) den Höchstwert von 38,6 Grad C. In Eisenstadt wurde am gleichen Tag mit 38,4 Grad ebenfalls die höchste dort je gemessene Temperatur registriert.

"Frostige" Phasen

Der Sommer zeigte sich aber stellenweise auch "frostig". Abgesehen von den Bergen wurde die tiefste Temperatur dieses Sommers vom 23. Juni beim Stift Zwettl mit 2,9 Grad gemessen.

Die Kehrseite der Medaille: Nach vorläufigen Zahlen fielen verbreitet nur 40 bis 70 Prozent des langjährigen Niederschlagsdurchschnitts. Besonders betroffen waren Gebiete im Osten und Südosten Österreichs. So fielen laut ZAMG in Bad Radkersburg bis Freitag in diesem Sommer erst 116 mm Niederschlag statt normaler 339, das sind nur 34 Prozent. Trocken hatten es auch die Wetterfrösche selbst auf der Hohen Warte mit nur 80 mm statt durchschnittlicher 195 mm (41 Prozent).

Schlusslicht Klagenfurt

Auch auf die Zahl der Sonnenstunden hatte der Rekordsommer seine Auswirkungen: Österreichweit gab es in diesem Sommer zehn bis 30 Prozent mehr Sonne als im langjährigen Durchschnitt. Von den Landeshauptstädten bildet das mit etwas mehr Regen "gesegnete" Klagenfurt das Schlusslicht, aber immerhin mit vorläufig 794 statt normaler 710 Stunden Sonne. Besonders begünstigt war dagegen Bregenz, wo man statt 645 Sonnenstunden 2003 schon 850 genießen konnte. Klagenfurt ausgenommen ist der Sommer 2003 in allen anderen Landeshauptstädten der sonnigste seit Beginn der jeweiligen Messungen. (APA)

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