HI-Virus am Eindringen in Zellen gehindert

30. August 2003, 11:00
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Erfolgreicher Tierversuch beim Typ HIV-1: Außenhülle des Virus gebunden, Andocken an die Zelle blockiert

London - Wissenschaftern ist es im Laborversuch gelungen, das Eindringen des HI-Virus in Zellen zu verhindern. Amerikanische Forscher entwickelten ein Molekül, das an die Außenhülle des Virus bindet und dadurch dessen Andocken an die Zelle blockiert. Das Molekül BMS-378806 erwies sich in Tierversuchen als frei von Nebenwirkungen. Es wirkt jedoch offenbar nur gegen den Virustyp HIV-1, hier aber auch bei Gruppen, die gegen herkömmliche Medikamente resistent sind.

Die meisten bisherigen Therapieformen richten sich gegen die Vermehrung des Virus in der Zelle. Allerdings nimmt die Resistenz des äußerst wandlungsfähigen Erregers gegen diese Medikamente zu. Fast 20 Prozent der neu diagnostizierten HIV-Patienten sind mit resistenten Virusstämmen infiziert.

Andocken verhindert

Im Gegensatz dazu bindet sich das neue Molekül auf der Außenhülle des Virus an ein bestimmtes Protein. Damit kann dieses Hüllprotein nicht auf der Zelloberfläche an das Rezeptormolekül CD4 andocken und damit das Eindringen des Erregers in die Zelle ermöglichen. Dies funktioniert aber nicht beim Typ HIV-2, wie die Zeitschrift "New Scientist" berichtet.

Mit dem Virustyp 1 sind weltweit mehr als 42 Millionen Menschen infiziert. Das neue Molekül könnte die Grundlage für eine neue Medikamentengruppe gegen HIV bilden. Aids-Forscher sprechen von einem äußerst vielversprechenden Start. (APA/AP)

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    Das HI-Virus

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