Gefäßverkalkung des Spenderherzens

29. August 2003, 12:24
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Neue Möglichkeit zur Vorhersage solcher Probleme

Wien - Auch Spenderherzen entwickeln oft mit der Zeit eine Gefäßverkalkung in den Kranzgefäßen. Das läuft auch in dem meisten Fällen viel schneller ab als in einem gesunden Herzen. Innsbrucker Kardiologen haben eine Möglichkeit zur Vorhersage solcher Probleme entdeckt: Die Messung der Menge an Komplementfaktor-Ablagerungen im Spenderorgan (C4d). Die Fachleute stellen ihre Ergebnisse beim Kardiologenkongress in Wien vor.

Dr. Gerhard Pölzl und seine Co-Autoren: "Die Langzeitprognose nach erfolgreicher Herztransplantation wird sehr wesentlich von der Entwicklung einer Koronarerkrankung im transplantierten Organ bestimmt." Ziel der Untersuchung sei es gewesen, mögliche Zusammenhänge zwischen dem Auftreten der Gefäßschäden und Immunreaktionen zu bestimmen.

Labortest

Zu diesem Zweck wurde nach der Entnahme von Gewebeproben bei Herztransplantations-Patienten ein Jahr nach der Organtransplantation mit Labormethoden nach einem Spaltprodukt des Komplementfaktors C4d gesucht. Komplementfaktoren sind körpereigene Substanzen, die im Rahmen der Abwehr von Krankheitserregern eine entscheidende Rolle spielen.

Die Ergebnisse: Bei 25 Prozent der untersuchten Patienten wurde in der Herzmuskelprobe C4d festgestellt. Keiner der Patienten ohne solche Ablagerungen entwickelte in Spenderherzen eine Gefäßverkalkung innerhalb eines Jahres. Umgekehrt scheint das Vorhandensein des Komplementfaktor-Spaltprodukts, die Entstehung solcher Schäden vorherzusagen. Die Fachleute: "Die vermutlich durch eine chronische Abstoßungsreaktion hervorgerufene Aktivierung des Komplementsystems ist mit großer Wahrscheinlichkeit an der Entwicklung der Transplantatvaskulopathie (Gefäßschädigung, Anm.) beteiligt." (APA)

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