Herzinsuffizienz in Österreich zu wenig behandelt

30. August 2003, 13:31
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Empfohlenes Medikament zu wenig verabreicht

Wien - Die chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) wird in Österreich zu wenig intensiv behandelt. Das ergab eine Studie der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Grazer Universitätsklinik, die beim Kardiologenkongress vorgestellt wird.

Univ.-Prof. Dr. Friedrich Fruhwald von der Grazer Klinik und seine Co-Autoren haben von Februar bis Mai 2002 eine Fragebogenaktion unter Allgemeinmedizinern, Internisten und internistischen Krankenhausambulanzen bezüglich der Therapie von Patienten mit chronischer Herzschwäche (zumeist nach Infarkt) durchgeführt. Insgesamt wurden die Daten von 1.880 Kranken im Durchschnittsalter von 71 Jahren erhoben. Demnach wurde die Behandlung vor allem mit so genannten ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern (78 Prozent), mit Entwässerungsmedikamenten (Diuretika: 70 Prozent) und Beta-Blockern (49 Prozent) durchgeführt.

Leitlinien

In den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie findet sich aber auch das Entwässerungs-Medikament Spironolacton, das laut wissenschaftlichen Studien eindeutig die Sterblichkeit der Patienten senkt. Doch zu wenige Patienten bekamen dieses Mittel laut der Auswertung der Studie: Die durchschnittliche Dosis lag bei 64 Milligramm und somit um 43 Prozent unter den Empfehlungen in Europa. Nur 98 von 413 Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Herzinsuffizienz, welche Spironolacton erhalten hätten können, bekamen das Medikament auch.

Die Fachleute: "Die vorliegenden Daten zeigen, dass Spironolacton bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz zu selten vewendet wird - selbst bei Fehlen von klaren Gegenanzeigen (...)." (APA)

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