Gudenus zieht "überspitzte Forderung" zurück

29. August 2003, 11:15
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FPÖ-Jugendsprecher: "Recht der Jugend, im Sommerloch mit überspitzten Aussagen aufzufallen"

Wien - RFJ-Obmann Johann Gudenus will nun doch keine Steuer auf Verhütungsmittel. "Es ist das Vorrecht der Jugend, überspitzte Forderungen zu stellen", begründete Gudenus bei einer Pressekonferenz am Freitag seinen Vorstoß vom Montag. Immerhin sei damit ein Diskussionsprozess in Gang gekommen. Allerdings kritisierte Gudenus das allgemeine Niveau der Diskussion, besonders die Aussagen von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) und forderte die Einbindung der Jugend im Österreich-Konvent.

Die Frage, ob er glaube, mit seinem Vorschlag zu einer niveauvollen Diskussion beigetragen zu haben, beantwortete Gudenus ausweichend: Er sei weder Minister noch Nationalratsabgeordneter. Es sei das Vorrecht der Jugend, im Sommerloch mit überspitzten Aussagen aufzufallen. Und im Österreich-Konvent würde er einen derartigen Vorschlag nicht vorbringen, versicherte Gudenus.

"Weg vom Karrierezwang"

Der RFJ-Obmann forderte eine "Trendumkehr in der öffentlichen Meinung: Weg vom Leistungsdruck und dem Karrierezwang". Die Politik müsse ein "Ja zum Kind" ermöglichen. In diesem Zusammenhang stellte Gudenus zahlreiche teils teure Vorschläge in den Raum: Etwa ein "Erziehereinkommen" bis zum 14. Lebensjahr des Kindes, das bei drei Kindern über dem österreichischen Durchschnittseinkommen liegen sollte (laut Statistik Austria rund 21.120 Euro brutto jährlich).

Zudem will der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) die Wiedereinführung der Geburten- und Heiratsbeihilfen sowie mehr Kinderbetreuungsplätze. Allerdings weiß Gudenus weder, wie viel diese Maßnahmen kosten würden ("das Müssen die Legisten und Politiker ausrechnen"), noch wie das Ganze finanziert werden könnte. Nur so viel: Jede Investition in Kinder und Familien komme über Steuereinnahmen wieder zurück. (APA)

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