Neue Saliera-Spur

28. August 2003, 20:17
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Erpresser fordern fünf Millionen Euro für das gestohlene Kunstwerk - Materialproben sollen Echtheit bestätigen

Wien - Rund drei Monate nach dem spektakulärsten Kunstraum der Zweiten Republik gibt es eine erste Spur. Ermittler bestätigten am Donnerstag, dass bei der Uniqa-Versicherung ein Brief eingegangen ist, in dem Unbekannte fünf Millionen Euro "Lösegeld" für die Saliera verlangen. Um ihre Forderung zu unterstreichen, legten die Täter Materialproben bei, die laut Ö3 "zu 90 Prozent" von dem Salzfass stammen.

Die Uniqa, bei der alle Kunstwerke des Museums versichert sind, lehnte vorerst jede Stellungnahme ab. Auch seitens der Polizei sei noch mit keiner offiziellen Bestätigung zu rechnen. Aus Ermittlerkreisen ging hervor, dass sich die Täter in den kommenden Tagen noch einmal bei der Versicherung melden könnten. Der Wert der Saliera wird auf rund 50 Millionen Euro geschätzt.

Skepsis

"Es hat immer wieder solche Briefe gegeben. Wir nehmen sie nicht ernst", erklärte der Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel. Darüber hinaus wollte Seipel keinen Kommentar abgeben. "Wir tragen nichts über den Stand Ermittlungen an die Öffentlichkeit. Eine überbordende Berichterstattung könnte der Sache schaden", so Seipel.

Das Auftauchen derartiger Briefe "von Trittbrettfahrern, die auch ein Stückchen davon mitschneiden möchten", sei ein gängiges Phänomen bei Kunstdiebstählen, so Seipel. "Wenn dann wirklich einmal etwas dran ist an so einer Sache, könnte so ein Hoffnungsschimmer durch eine falsche Berichterstattung gleich wieder ausgelöscht werden."

Das Salzfass von Benvenuto Cellini ist in der Nacht auf den 11. Mai von Unbekannten aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien gestohlen worden. Die Täter waren über ein Gerüst in das Museum eingestiegen. Der Direktor musste sich nach dem Einbruch harsche Kritik über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen gefallen lassen.(APA)

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