Langes Warten auf das Bergisel-Urteil

29. August 2003, 20:22
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Im Dezember 1999 brach beim "Air & Style" im Bergisel-Satdion eine Massenpanik aus - Vier junge Menschen starben

Der Prozess ist seit einem Jahr unterbrochen, weil noch ein Gutachten ausständig ist. Im Oktober könnte der Bergisel-Prozess fortgesetzt werden.

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Es ist nach wie vor unklar, wann der Bergisel-Prozess fortgesetzt wird. Der zuständige Richter Peter Friedrich vom Innsbrucker Landesgericht stellte am Donnerstag einen Prozesstermin im Oktober in Aussicht. Während der Snowboard-Veranstaltung "Air & Style" kamen Ende 1999 bei einer Massenpanik fünf Jugendliche im Bergisel-Stadion ums Leben. Sie wurden erdrückt oder erstickten.

Die Verhandlung war bereits zweimal vertagt worden. Gerald Falger, Chef der damals zuständigen privaten Sicherheitsfirma, musste sich sowohl Mitte November 2001 sowie Ende Jänner des Vorjahres wegen "fahrlässiger Gemeingefährdung" vor dem Einzelrichter verantworten. Falger hatte bei beiden Terminen seine Unschuld beteuert.

Gutachten steht aus

Der Grund für die seit mehr als einem Jahr andauernde Verhandlungspause ist ein noch ausstehendes Gutachten eines Wiener Sachverständigen. Es soll klären, ob der Sicherheitsdienst tatsächlich alle nötigen Vorkehrungen getroffen hatte. "Mittwoch erhielt ich einen Anruf vom Sachverständigen. Er sagte, er habe das Gutachten abgeschickt. Bevor ich es aber nicht in Händen halte, kann ich keinen Prozesstermin festlegen", so Friedrich.

Das Unglück hatte sich am 4. Dezember 1999 am Innsbrucker Bergisel zugetragen. Vor der Siegerehrung war es unter den 40.000 Besuchern in unmittelbarer Nähe des westlichen Stadionausganges zu einer Massenpanik gekommen. Vier Tirolerinnen sowie eine Australierin im Alter zwischen 14 und 21 Jahren kamen dabei ums Leben. Fünf weitere Jugendliche wurden schwer verletzt und sind bis heute pflegebedürftig. Insgesamt 38 Verletzte mussten im Krankenhaus versorgt werden.

Im Vorjahr hatten die Zahlungen an die fünf schwer verletzten Opfer zu Unstimmigkeiten zwischen Land Tirol, den Versicherungen und den Opferanwälten geführt. Mitte Dezember 2002 hatte die Tiroler Landesregierung schließlich den Entschädigungszahlungen doch noch zugestimmt. Die Betroffenen sollen insgesamt sieben Millionen Euro bekommen. (APA, red/DER STANDARD; Printausgabe, 29.8.2003)

Der Prozess ist seit einem Jahr unterbrochen, weil noch ein Gutachten ausständig ist. Im Oktober könnte der Bergisel-Prozess fortgesetzt werden.
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