Funkausstellung in Berlin mit Rekordbeteiligung eröffnet

31. August 2003, 14:49
posten

1.007 Aussteller aus 37 Ländern - Clement und Branche hoffen auf Trendwende

Mit der Präsentation zahlreicher technischer Neuheiten ist am Freitag die 44. Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin eröffnet worden. 1.007 Aussteller aus 37 Ländern und damit mehr als je zuvor präsentieren bis zum 3. September ihre Produkte auf der weltweit bedeutendsten Messe für Unterhaltungselektronik. Im Mittelpunkt stehen die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung verschiedener Medien.

Traditioneller Rundgang

Der deutsche Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit eröffneten die Messe mit einem traditionellen rund dreistündigen Rundgang. Clement äußerte die Hoffnung, die IFA könne der Wirtschaft Wachstumsimpulse geben. Den offiziellen Startschuss hatte der Wirtschaftsminister bereits am Vorabend bei einer Eröffnungsgala im Tempodrom gegeben.

Dabei betonte er, es gebe bereits Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung, so zum Beispiel die verbesserte Stimmung der Unternehmen und die niedrigen Zinsen. Für die Branche der Unterhaltungselektronik sollte dieses Jahr "zumindest leichtes Wachstum möglich sein".

Die Branche erwartet von der Messe die ersehnte Trendwende bei Umsatz und Kauflust. Gerechnet wird damit, dass wie auf der letzten IFA vor zwei Jahren Aufträge im Wert von rund zwei Milliarden Euro gezeichnet werden.

DVD und digitales Fernsehen

Als Wachstumsmotoren gelten in erster Linie der Datenträger DVD und digitales Fernsehen. Im ersten Halbjahr 2003 wurden 23,7 Millionen DVDs verkauft und damit zehn Millionen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, Tendenz weiter steigend. Bis Ende des Jahres erwartet die Branche, dass 39 Prozent aller Haushalte einen DVD-Spieler besitzen. Vier Jahre zuvor war es knapp ein Prozent.

Ein weiterer Trend sind Flachbildschirme, die billiger geworden sind und künftig den Massenmarkt erobern sollen. Zu den größten Exemplaren zählt ein Gerät von Samsung mit einer Diagonale von über einem Meter, Kostenpunkt: 9.000 Euro. Andere Geräte werden dafür immer kleiner. Philips bietet beispielsweise eine Mini-Kamera in Größe einer Kaugummipackung an.

Schlagwort lautet Konvergenz

Ein häufig verwendetes Schlagwort lautet Konvergenz, das heißt die Vernetzung unterschiedlicher Medien wie Computer, Fernseher und HiFi-Anlage. Ab Oktober bietet beispielsweise Sony für rund 2.600 Euro einen entsprechenden Network Media Receiver an. Der Clou: die Anlage kann kabellos funktionieren.

Wie überhaupt ein Trend zu HiFi-Anlagen und Fernsehern ohne Kabel zu beobachten ist, die auf Funksignale reagieren und mit leistungsstarken Akkus betrieben werden. Sharp zeigt einen Akku-TV mit Funkempfänger, der mobilen Fernsehgenuss ermöglicht. Ab November soll das Gerät für 1.800 Euro erhältlich sein.

Hochgerüstete Fernseher

Zu sehen sind auf der IFA auch hochgerüstete Fernseher mit verschiedenen Funktionen. Mit ihnen kann man nicht nur Spielfilme betrachten, sondern sie auch als Videorekorder, Computer oder HiFi-Anlage nutzen, sogar DVD-Brenner sind eingebaut.

Auf Basis der Multimedia Home Platform (MHP) präsentieren verschiedene Unternehmen interaktive Fernsehportale. So wird unter anderem Shopping mit der Fernbedienung möglich. Hinter MHP verbergen sich interaktive Anwendungen, die direkt über den Bildschirm ausgeführt werden können.(APA/AP)

Link

IFA

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.