Gaddafi-Stiftung will Opfer des "La Belle"-Anschlags entschädigen

29. August 2003, 10:41
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Humanitäre Initiative soll aber kein Schuldbekenntnis sein

Berlin - Nach den Zahlungen für die Opfer des Lockerbie-Anschlags ist Lybien jetzt auch bereit, die Opfer des Attentats auf die Berliner Diskothek "La Belle" und ihre Hinterbliebenen zu entschädigen. Die Entschädigung sei jedoch eine rein "humanitäre Initiative" und kein Schuldbekenntnis, teilte am Donnerstag die Internationale Gaddafi-Stiftung mit, die für die Zahlungen aufkommen will.

Offiziell arbeitet die Stiftung, die auch ein Büro in Berlin hat, unabhängig von der Regierung in Tripolis. Ihre Ziele gibt die International Gaddafi Foundation mit Wohltätigkeit und Förderung der Menschenrechte an. Mit Millionensummen hatte sie vor drei Jahren die Freilassung der auf der philippinischen Insel Jolo festgehaltenen Geiseln, unter ihnen drei Deutsche, vorbereitet. Auch bei der Freilassung der Sahara-Geiseln soll sie eine maßgebliche Rolle gespielt haben.

Bei dem Anschlag auf die Berliner Diskothek starben 1986 zwei US-Soldaten und eine Türkin, mehr als 200 Menschen wurden verletzt. Laut einem früheren "Spiegel"-Bericht fordern die Opferanwälte pauschal 500.000 Euro für jeden Verletzten. Die Familie der getöteten Türkin und der ehemalige Eigner der Diskothek sollten je eine Million Euro erhalten. Im Gegensatz zum Lockerbie-Anschlag weigert sich Lybien bisher, für den Anschlag auf "La Belle" die Verantwortung zu übernehmen. Von ihrem Einlenken erhofft sich die Regierung in Tripolis eine Aufhebung der Sanktionen im UNO-Sicherheitsrat.(APA)

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