Finz erwartet Verkauf in mehreren Schritten

28. August 2003, 15:21
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Finanzstaatssekretär von Strafanzeige gegen Voest-Aufsichtsrat "nicht überrascht"

Alpbach - Finanzstaatssekretär Alfred Finz (V) rechnet damit, dass der geplante Verkauf der restlichen 34,7 Prozent der ÖIAG an der voestalpine in mehreren Tranchen erfolgen wird. Wann der erste Teil an die Börse gebracht wird, lässt er derzeit noch offen. Grundsätzlichen seien die konkreten Schritte von der Börsensituation abhängig zu machen, "wahrscheinlich werden die Anteile aber in mehreren Schritten verkauft werden", sagte Finz am Rande der Wirtschaftsgespräche am Europäischen Forum Alpbach.

Der Finanzstaatssekretär rechnet bei der Privatisierung über die Börse jedenfalls mit einer Aufstockung der Anteile durch die bestehenden Aktionäre der voestalpine. Außerdem sei jetzt jeder, der einen österreichischen Kernaktionär verlangt habe, aufgefordert, seinen Willen zu beweisen.

Zu einem möglichen Einstieg des Magna-Konzerns von Frank Stronach wollte sich Finz nicht im Detail äußern. Der Finanzstaatssekretär betonte aber, dass Stronach seiner Meinung nach "zu schlecht behandelt" worden sei. Man darf Stronach nicht ins böse Eck stellen", sagt Finz.

"Aufklärungsbedarf" wegen "Zickzackkurs"

Finz ortet einen "Aufklärungsbedarf" rund um die Causa Struzl. "Angesichts dessen, was sich im Aufsichtsrat (AR) abgespielt hat, habe ich mir gedacht, dass so etwas kommen wird", meinte Finz angesprochen auf die Strafanzeige der Kärntner FPÖ am Rande des Europäischen Forum Alpbach.

Der Finanzstaatssekretär ortet einen "Zickzackkurs" des Aufsichtsrats rund um die Insidertradings des voestalpine-Generaldirektors. Die Entscheidungen in der Causa seien "keine schlüssige Kette" gewesen, meint Finz.

Der Finanzstaatssekretär ortet nun einen klaren "Handlungsbedarf" bei der ÖIAG. "Die zuständigen Organe sind aufgerufen zu handeln", betonte Finz weiter. Man müsse in der Frage des Insiderhandels "klar Flagge zeigen".

Insiderhandel, meinte er, könne "nicht als Kavaliersdelikt betrachtet" werden. Von der Politik werde man "alles daran setzen", dass derartige Vergehen nicht bagatellisiert würden, so Finz. (APA)

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